Betty und ihre Schwestern

Betty_und_ihre_SchwesternBetty und ihre Schwestern | Louisa May Alcott | cbj | erschienen 1868
ISBN 978-3-570-22102-0 | 4.95€

Über Louisa May Alcott:
Sie wurde am 29.11.1832 in Pennsylvania als zweite von vier Schwestern geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Wohl aus diesem Grund nahm Alcott zahlreiche Stellen an, so als Gouvernante, denn sie schwor sich, nie arm zu sein. Daneben veröffentlichte sie zahlreiche Bücher (1852 ihr erstes, Flower Fables) und Geschichten, beispielsweise in Zeitschriften. Zunächst wollte ihr Verleger das stark autobiografisch gefärbte Buch Little Women nicht veröffentlichen. Daraufhin ließ Alcott die Kapitel zunächst in ihrer Zeitschrift drucken. Dort wurden die Episoden so gut angenommen, dass ihr Verleger schließlich einknickte. Mit dem Buch gelang ihr der große Durchbruch.
Während ihrer Zeit als Krankenschwester im Sezessionskrieg steckte sie sich mit Typhus an und starb 1888 im Alter von 55 Jahren an einer Quecksilbervergiftung, die Folge der Typhus-Behandlung. Alcott heiratete nie und hatte auch keine Kinder.

Betty und ihre Schwestern spielt in der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs. Der Vater der vier Mädchen ist als Soldat in den Krieg gezogen. Beschrieben wird das Leben seiner Familie, mit all den kleinen Alltagsproblemen, finanziellen Sorgen und den Rivalitäten unter den Kindern. Langsam entwickeln sich die Mädchen weiter, werden reifer, schließen neue Freundschaften und merken, wie wichtig ihre Familie ihnen ist. So sind sie ein ganzes Stück erwachsener geworden, als ihr Vater von der Front zurückkehrt.

Betty und ihre Schwestern steht schon eine ganze Weile bei mir im Regal und jetzt habe ich es nochmal in einem Rutsch verschlungen. Ich habe selbst drei Schwestern und es war verrückt zu sehen, dass sich in den letzten 150 Jahren einiges geändert hat – zum Glück! – aber die Reibereien, die es bei uns gab/gibt, waren schon damals präsent. Und auch in den Charakterzügen der vier Mädchen habe ich uns immer wieder erkannt. Daneben gibt es noch etwas zum Lachen, wenn Amy, die Jüngste, schwierige Wörter durcheinanderbringt und beispielsweise sagt: „Ich, Amy Curtis March, im Vollbegriff meiner geisternden Fähigkeiten …“.
Alle vier Mädchen durchlaufen im Roman eine Entwicklung, die sehr sympathisch und nachvollziehbar ist. Sie verändern sich nicht einfach von einem Tag auf den anderen und ohne erkennbaren Grund. Stattdessen werden bestimmte Situationen geschildert und anhand des Verhaltens der Mädchen gezeigt, wie sie sich verändert haben. Manchmal gibt es auch einen kleinen Schubs von Seiten der Mutter. Dieses „sich entwickeln“ spielt in Betty und ihre Schwestern eine große Rolle, ist aber dennoch auf angenehme und leichte Weise eingebracht. So wurden die Vier in meinem Kopf lebendig und ich habe richtig mit ihnen gelitten.
Natürlich ist das Frauenbild zu der damaligen Zeit ein ganz anderes gewesen, als heute und dieses gefällt mir nun mal nicht. Daraus kann man aber Louisa May Alcott wirklich keinen Vorwurf machen.
Meiner Meinung nach ist dieses Jugendbuch nicht nur für Jugendliche geeignet, sondern macht auch als Erwachsene(r) noch Spaß zu lesen.

„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“
– Betty March

5Sterne

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