Karl der Große

Karl_der_GroßeKarl der Große – Der Roman seines Lebens | Thomas R. P. Mielke | emons | erschienen 1992 im Schneekluth-Verlag
ISBN 978-3-95451-170-9 | 11.90€
Leseprobe

Über Thomas R. P. Mielke:
Mielke wurde 1940 in Detmold geboren. Hauptberuflich war er lange Zeit Kreativdirektor in internationalen Werbeagenturen. Außerdem soll er der Erfinder des Kinder-Überraschungseis sein.
Als Ausgleich schrieb er in seiner Freizeit Romane. Der erste erschien 1960 und war ein Science-Fiction-Roman. 1988 wurde sein erster historischer Roman veröffentlicht; Gilgamesch, König von Uruk.
Mittlerweile lebt Mielke in Berlin; er ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.
Quelle: Wikipedia

In Karl der Große macht Thomas R. P. Mielke aus der namengebenden Hauptfigur (wenn man in diesem Fall überhaupt von einer „Figur“ sprechen darf), die im Geschichtsunterricht mehr oder weniger gelangweilt hat und wie aus einer fernen Welt erschien, eine starke Persönlichkeit, deren Handlungen und Motive auf einmal nachvollziehbar werden. Karl der Große ist nicht mehr einfach nur eine der großen Persönlichkeiten aus Geschichtsbüchern, sondern ein Mensch wie jeder andere auch, der Probleme zu bekämpfen hatte, die wir uns heute nicht einmal mehr erträumen können. Der aber auch – ungelogen! – Probleme hatte, die wir heute noch sehr gut nachvollziehen können (Probleme mit eigenwilligen „Weibern“ beispielsweise). Und der mir vor allem mit einem Mal sehr viel moderner vorkam, als man es glauben sollte oder ich je geglaubt hätte – vor allem wenn man bedenkt, wann er gelebt hat!

Mir hat Karl der Große sehr gut gefallen! Zugegebenermaßen fand ich ihn auch im Geschichtsunterricht nie besonders langweilig, aber dieser Roman hätte mir auch gefallen, wenn ich nicht an ihm interessiert gewesen wäre!
Stellenweise hatte ich das Gefühl in einem fiktiven historischen Roman gelandet zu sein. Natürlich ist nicht jedes Wort überliefert, das Karl jemals von sich gegeben hat. Aber Mielke ist es in meinen Augen wunderbar gelungen, die schwarzen Löcher in Karls Biographie zu füllen; selbst Karls Bettgeflüster mit seinen diversen Ehe- und Nebenfrauen wirkt echt.
Mit dem Buch wurde mir der Mann auch sympathisch und nicht nur zu einer interessanten Perönlichkeit aus unserer Vergangenheit. Seine Liebe insbesondere zu seiner ersten Ehefrau und zu seinen Töchtern wird im Buch quasi spürbar. Auch sein aufgeschlossenes Denken, insbesondere in jungen Jahren, macht ihn zu etwas Besonderem – besonders wenn man bedenkt, dass Karl von 742-814 lebte.
Immer wieder hat mich der Roman auch ganz schön erstaunt, mit kleinen Anekdoten aus Karls Leben (‚War das jetzt erfunden?‘) und aus dem frühen Mittelalter.
An einigen Stellen ist mir das Buch ein wenig zu langatmig gewesen. Manchmal dachte ich, dass man dafür an anderer Stelle mehr Informationen hätte einfließen lassen können. Aber bei über 650 Seiten darf das auch mal vorkommen.
Insgesamt hat es sich trotzdem sehr flüssig, schnell und angenehm lesen lassen. Es ist nicht unbedingt leichte Lektüre, aber auf jeden Fall lesenswert!

“ Nicht, was die anderen von ihm erwarteten, war wichtig, sondern ganz allein das, was er selbst glaubte, fühlte und vertreten konnte.“
– Karl der Große

5Sterne

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2 Kommentare zu „Karl der Große

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