Wolken über Fairfield Hall

Wolken_über_Fairfield_HallWolken über Fairfield Hall | Margaret Dickinson | Weltbild | erschienen 2015
ISBN 978-3-95569-478-4 | 10.99€
Leseprobe

Über Margaret Dickinson:
Dickinson wurde in Lincolnshire, im Osten Englands, geboren. Während ihrer Kindheit zog die Familie ans Meer, wo sie ihre Liebe zum Meer und der Landschaft von Lincolnshire entwickelte. Bereits im Alter von 25 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch, dem zahlreiche weitere folgten. Viele ihrer Bücher spielen in Lincolnshire.
Dickinson ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

England 1896: Für den ehrgeizigen Geschäftsmann Ambrose Constantine geht ein Traum in Erfüllung als seine Tochter und einziges Kind Annabel den Earl of Fairfield heiratet. Der Earl wird damit von seinen finanziellen Sorgen erlöst und Constantine kauft seiner Tochter den Titel.
Von der stattlichen Mitgift erfährt diese erst, als sie bereits in Fairfield Hall angekommen ist. Dort fällt ihr vor allem die Not der Menschen im Dorf sieht, die ebenfalls unter der finanziellen Schieflage ihrer adligen Herren gelitten haben. Annabel macht es sich zur Aufgabe, das Herrenhaus und das Dorf wieder aufzubauen und erobert damit die Herzen der Menschen. Als sie ihrem Mann dann auch noch einen Sohn gebiert, scheint das Happy End zum Greifen nahe. Doch es gibt eine Person, die mit dem Glück der jungen Countess nicht einverstanden ist: ihre Schwägerin Dorothea.

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich wirklich begeistert: „Aufbaugeschichten“ wie diese gefallen mir sehr gut und ich konnte es kaum erwarten, mit dem Buch loszulegen. Und in diesem Punkt wurde ich auch nicht enttäuscht. Annabel steckt sehr viel Geld in das Anwesen und das dazugehörige Dorf. Und es ist auch keine „One-Woman-Show“: Sie erhält viel Unterstützung von ihrer Familie, aber auch den Menschen im Dorf. Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass es so hätte ablaufen können. Da es zum Ende des 19. Jahrhunderts spielt, dachte ich mit meinen eher bescheidenen Kenntnissen, dass eine entschlossene Frau damals durchaus einiges hätte ändern können – selbstverständlich mit männlicher Unterstützung und nur in dem kleinen Rahmen eines Anwesens.
Die Story an sich hat mir also gut gefallen, war auch flüssig geschrieben und Fehler sind mir keine aufgefallen. Insgesamt gut zu lesen.
Und jetzt kommt das Aber 😉 Ich hatte oft das Gefühl, dass die Einstellungen und Ansichten der dargestellten Menschen ein wenig zu modern sind. Hin und wieder erwähnt Annabels Ehemann, dass sie nicht alleine ins Dorf gehen sollte. Aber abgesehen von ihm scheint sich sonst niemand darum zu kümmern, ob Annabel sich angemessen verhält. Das halte ich bei einer Frau doch für sehr ungewöhnlich. Insbesondere Annabel scheint sich wirklich gar nicht darum zu kümmern, was die Personen in ihrem Umkreis von ihr halten. Selbstverständlich will sie in allererster Linie helfen, aber dass sie sich überhaupt nicht an die Konventionen hinwegsetzt hat mich doch sehr gestört. Denn das ist mir an einem historischen Roman einfach wichtig: Ich muss das Gefühl haben, dass es sich tatsächlich so hätte abspielen können, um in der Geschichte zu versinken. Bei diese Buch habe ich mich einfach ein paar mal zu oft gefragt, ob das damals wirklich so hätte laufen können.

4Sterne

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3 Kommentare zu „Wolken über Fairfield Hall

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