The Winter Crown

The_Winter_CrownThe Winter Crown | Elizabeth Chadwick | Sphere | erschienen 2014
ISBN 978-0-7515-4825-9 | £7.99
Leseprobe (englisch)

Über Elizabeth Chadwick:
Chadwick wurde 1957 in Lancashire geboren. Mit 15 schrieb sie ihren ersten historischen Roman und wollte fortan Autorin historischer Romane werden. 1990 zeigte schließlich die Penguin publishing group Interesse an ihren Büchern und im gleichen Jahr wurde ihr erstes Buch The Wild Hunt veröffentlicht. Nur vier Jahre später wurde ein weiteres Buch, First Knight, verfilmt. Mittlerweile gilt sie als die bekannteste Autorin von historischen Romanen in Großbritannien; ihre Werke wurden in 16 SPrachen übersetzt.
Sie ist verheiratet und hat mehrere Kinder.
Quelle: Wikipedia, ihr Blog

England 1154: Eleonore von Aquitanien wird zur Queen gekrönt – schwanger mit dem zweiten Kind von Henry II., ihrem Ehemann und König von England. Dieser hat eine klare Vorstellung davon, wie ihr Leben ablaufen wird: während er gegen Englands Feinde ins Feld zieht und auch Eleonores Besitz Aquitanien verteidigt, soll sie die gemeinsamen Kinder aufziehen. Doch Eleonore kämpft für mehr, sie will über ihr Leben entscheiden.
Die Romanbiographie erzählt von Eleonores Leben in den Jahren 1154 bis 1174; von den acht gemeinsamen Kindern der beiden, wie die Wertschätzung Eleonores gegenüber ihrem Ehemann langsam in Verachtung umschlägt und wie sie für sich und ihre Kinder kämpft.

Dieses Buch ist der zweiter Teil einer Trilogie um Eleonore von Aquitanien (ich verwende die deutsche Schreibweise; Chadwick hat sie im Buch Alienor geschrieben und auf dem Cover könnt ihr eine weitere Schreibweise sehen), die als eine der mächtigsten Frauen des Mittelalters gilt. Dass es der zweite Teil ist, habe ich erst nach einiger Zeit gemerkt (und auch nur, weil ich das Buch gegoogelt habe) und es ändert nichts daran, dass das Buch gut zu lesen ist. Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, um das Geschehen zu verstehen.
Eleonore von Aquitanien wird als eine Frau dargestellt, die ganz Teil ihrer Zeit ist und derselben manchmal doch ein wenig voraus, was beispielsweise ihre Ansichten über die Stellung der Frau angeht. So sieht sie durchaus ein, dass die Männer das stärkere Geschlecht sind und es ist für sie selbstverständlich, dass ihr Mann Mätressen hat. Aber vor allem gegenüber ihrem Ehemann besteht sie sehr darauf nicht einfach nur ein, salopp gesagt, Brutkasten zu sein. Sie ist Königin von England, sie ist sich ihrer Macht bewusst und will besonders über Aquitanien, ihre Heimat, selbst entscheiden.
Auch wenn viele ihrer Gemütsregungen aus heutiger Zeit wenig nachvollziehbar sind (beispielsweise wenn sie sich die Schuld am Tod ihres ersten Sohns im Alter von drei Jahren gibt), so fühlt man doch mit ihr mit. Ich habe sie teilweise wirklich darum bemitleidet, dass sie in dieser männerdominierten Welt leben musste, aber sie behauptete sich immer wieder auch gegenüber ihrem Ehemann und man muss natürlich sehen, dass sie als Königin doch mehr Mitsprache und vor allem ein angenehmeres Leben hatte, als eine einfache Bäuerin der Zeit.
Chadwick ist es in meinen Augen gut gelungen, die Konflikte in Eleonores Leben gut darzustellen, zu zeigen, wie sehr Eleonore manchmal zwischen ihren Pflichten als Königin und ihren Pflichten als Mutter hin- und hergerissen war. Es wurde auch gezeigt, dass Eleonore oft abwägt, welche Kämpfe sie ausficht und wann sich ein Kampf nicht lohnt, dass sie aber manchmal auch einfach von ihren Gefühlen mitgerissen wurde, besonders wenn es um ihre Kinder geht.
Henry wird als ein nahezu kontrollsüchtiger Mann, besonders was die Regierungsgeschäfte angeht, dargestellt und zusammen mit Eleonores Ansichten über ihren Mann wandeln sich auch die des Lesers. Obwohl ich ihm gegen Ende seines Lebens (wenn man Wikipedia glauben darf), nicht mehr hätte begegnen wollen, fand ich das Buch teilweise sehr einseitig. Oft wurde auch anderen Mitgliedern von Eleonores Hof ein Stimme gegeben, bei Henry wäre es mir nicht aufgefallen, dass er einmal zu Wort kommt. Auch wenn viele seiner Handlungen sicherlich zweifelhaft waren, fand ich das Bild, das von Eleonore gezeichnet wurde, zu verklärt. Natürlich bin ich keine Historikerin, aber auch viele ihrer Handlungen waren eher zweifelhaft – dennoch lässt Chadwick erst gegen Ende Kritik an Eleonore von Zeitzeugen in Form von anderen Blickwinkeln aufkommen.
Zur Sprache sei zu sagen, dass es das ein oder andere Wort gibt, das mir unbekannt war – insbesondere zeittypische Wörter, die heute nicht mehr in Gebrauch sind. Allerdings kann man diese entweder aus dem Kontext erschließen oder sie tauchen so selten auf, dass es nicht wirklich nötig ist, sie zu kennen.

Ich fand es sehr faszinierend, über eine Frau und eine Epoche zu lesen, über die ich so gut wie nicht wusste. In naher Zukunft will ich auch noch die beiden anderen Teile lesen, denn dieses Buch hat mein Interesse am Leben dieser außergewöhnlichen Frau geweckt.

„This is not about God. It is about men’s desires and stubborn will to have the last word.“
– Eleonore von Aquitanien

5Sterne

Advertisements

2 Kommentare zu „The Winter Crown

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s