Der kleine Lord

Der_kleine_LordDer kleine Lord | Frances Hodgson Burnett | erschienen erstmals 1886
Urheberrechtsfreie Ausgabe | 4.95€ (Taschenbuch)/0.00€ (Kindle-Edition)

Über Frances Hodgson Burnett:
Burnett wurde 1849 in Manchester als Frances Eliza Hodgson geboren. Nach dem Tod ihres Vaters, ein Goldschmied, wanderte die Familie in die USA aus. Dort begann Burnett für amerikanische Zeitungen zu schreiben. 1873 heiratete sie Dr. Swan Burnett, mit dem sie zwei Söhne hatte. Fünf Jahre später erschien ihr erstes Buch Our Neighbour Opposite (dt.: Unser Nachbar von drüben. Der Griesgram und andere Erzählungen), dem bis 1922 zahlreiche weitere Bücher folgen sollten. 1898 ließ Burnett sich von ihrem Mann scheiden und heiratete 1900 Stephen Townsend, der aber bereits zwei Jahre darauf starb. Burnett lebte von da an in Lond Island und auf Bermuda und starb 1924 kurz vor ihrem 75. Geburtstag in New York.
Bekannt ist sie heute vor allem für ihre Kinderbücher: Der kleine Lord, Eine kleine Prinzessin und Der geheime Garten.
Quelle: Wikipedia

Überraschend erfährt der achtjährige Cedrik Errol, der zusammen mit seiner Mutter in New York lebt, dass er der Enkel eines englischen Grafen ist und zusammen mit seiner Mutter nach England ziehen soll, um in das Leben als Lord und später Graf eingeführt zu werden. In England angekommen sieht er sich einem griesgrämigen alten Mann gegenüber, der sich aber durch die Freundlichkeit, Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft seines Enkels bald öffnet.

Es gibt vermutlich wenige, die den Weihnachtsfilm Der kleine Lord nicht kennen – und ich zähle mich eindeutig zu denen, die ihn kennen und lieben! Ich finde es im Film toll gespielt, wie der kleine Lord Fauntleroy langsam das harte Herz seines Großvaters erweicht.
Das E-Book ist daher direkt auf meinem Kindle gelandet und hat dennoch ein gutes halbes Jahr warten müssen, bevor es endlich gelesen wurde. Mit nur 173 Kindle-Seiten ist es nicht besonders lang, aber es ging mir schon nach den ersten zwei Kapiteln furchtbar auf die Nerven. Hiermit habe ich ein Buch gelesen, bei dem die Verfilmung um Längen besser ist, als das literarische Vorbild!
Cedrik wird quasi auf jeder Seite „Seine kleine Herrlichkeit“ genannt und erobert natürlich die Herzen aller im Sturm. Das ist ja auch alles schön und gut, aber wie sehr Burnett dies ständig betont, ist lächerlich. Ganze Seiten werden mit Lobeshymnen auf den Jungen gefüllt – ohne dass dabei inhaltlich etwas Neues herauskommt. Überhaupt scheint hiermit der erste kleine Junge in der Geschichte der Menschheit aufgetaucht zu sein, der absolut keine Fehler hat. Er liebt seine Mutter und sagt ihr das ständig, lehnt sich nie gegen sie auf und macht sowieso immer was man ihm sagt. Das fand ich in höchstem Maße unrealistisch. Auch dass er sich von jetzt auf gleich von seinen Freunden verabschieden muss und einfach mal auf einen anderen Kontinent umsiedelt, scheint keinerlei Auswirkungen zu haben.
Gefallen hat mir im Gegensatz dazu Mrs Errol, Cedrics Mutter. Sie erschien mir schon ein bisschen realistischer im Umgang mit ihrem Sohn, auch wenn bei ihr ebenfalls keinerlei Fehler auftauchen. Sie verhält sich einfach im Großen und Ganzen vernünftig und bringt ihrem Sohn eine Art von Erziehung entgegen, die auch heute Anklang finden würde.

Insgesamt hat mich dieses Buch enttäuscht. Ich hatte etwas anderes erwartet, da ich den Film kannte, und die ständige Lobhudelei auf den unfehlbaren kleinen Lord ist mir schnell auf die Nerven gegangen. Das Buch werde ich mir nicht noch einmal antun, aber ich freue mich jetzt schon darauf, den Film um Weihnachten wieder zu sehen!

„Sein Herz ist voller Liebe!“
– Mrs Errol

2Sterne

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