A Bespoke Murder

A_Bespoke_MurderA Bespoke Murder | Edward Marston | Allison & Busby | erschienen 2012
ISBN 978-0-7490-1144-4 | £7.99
Leseprobe (englisch)

Über Edward Marston:
Marston wurde 1940 in Südwales geboren und wuchs dort auf. In Oxford studierte er Geschichte und arbeitete danach drei Jahre lang an der Universität, bevor er einen Job bei der BBC bekam. Für diese schrieb er Drehbücher, bevor er sich Mitte der 80er Jahre als freier Schriftsteller niederließ. In Großbritannien ist er besonders für seine Railway Detective-Reihe bekannt.
Zuammen mit seiner zweiten Frau Judith Cutler, die ebenfalls als Schriftstellerin tätig ist, lebt Marston in Gloucestershire.
Quelle: Wikipedia, Allison & Busby

Mai 1915: Nach der Versenkung des Passagierdampfers Lusitania durch ein deutsches U-Boot, kommt es in ganz Großbritannien zu Protesten und teilweise Gewalttätigkeiten gegenüber Deutschen. Die ohnehin unterbesetzten Polizeikräfte haben Probleme, das Chaos unter Kontrolle zu bringen. Unter den deutschen Opfern befindet sich auch der Schneider Jacob Stein, der tot in seinem ausgebrannten Shop gefunden wird. Allerdings zweifeln die Ermittler Detective Inspector Harvey Marmion und Sergeant Joe Keedy schnell daran, dass es sich hier um ein Opfer der allgemeinen Kriegs-Hysterie handelt. Nicht nur, dass Jacob Stein erstochen wurde, sein Safe wurde geplündert und seine Tochter vergewaltigt. Wer also steckt hinter diesem Hass auf den Deutschen?

Dieses Buch ist eins der wenigen Bücher, das ich ausgeliehen habe, weil mir das Cover so richtig gut gefallen hat. Natürlich habe ich einen Blick auf den Klappentext geworfen, aber ein Krimi zur Zeit des Ersten Weltkrieg? Damit wurde quasi ein Traum wahr 😉
Ich hatte noch nie von Edward Marston gehört und wurde von seinem Schreibstil positiv überrascht. Er stellt die Charaktere so überzeugend dar, dass man sich wirklich in sie und die Geschichte einfühlen kann. Marmion ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen und die Unterhaltungen zwischen ihm und Sergeant Keedy waren sehr unterhaltsam. Mir sind immer wieder Tränen in die Augen gestiegen, besonders bei der Geschichte von Jacob Steins Tochter. Ich habe richtig mit ihr mitgelitten und bewundert, wie sich letztendlich mit ihrer Vergewaltigung und dem Mord an ihrem Vater umgeht. Auch die anderen Charaktere sind sehr überzeugend und humorvoll beschrieben. Besonders der Bruder des Mordopfers, der die Polizei im Allgemeinen und die ermittelnden Beamten im Besonderen für absolut nutzlos hält und der sowieso, in seinen Augen, das Opfer der ganzen Geschichte ist, hat bei mir immer mal wieder für Lacher gesorgt und eindeutig zur Qualität der Geschichte beigetragen.
Es war interessant, über den Ersten Weltkrieg aus einer anderen Perspektive lesen, denn bisher habe ich mich nur aus deutscher Sicht mit dieser Zeit beschäftigt. Ich wusste, dass die Lusitania 1915 versenkt wurde, aber mir war nicht bewusst, welche Auswirkungen dieses Ereignis in Ländern hatte, die davon betroffen waren. Ich wusste beispielsweise auch nicht, wie groß der Hass auf deutsche Auswanderer in Teilen der Bevölkerung war. Natürlich kann man sich das denken, aber es war anders, darüber so detailgenau und realistisch zu lesen, dass man es mitfühlen konnte.
Auch wenn der Detektiv eindeutig anders ist, als mein Allzeit-Lieblingsdetektiv Hercule Poirot, hat seine Auflösung des Falles doch ein bisschen was von der Art des Franzosen und das hat mir außerordentlich gut gefallen.
Ich hatte mit dem Englischen keinerlei Probleme und mit knapp 320 Seiten ist es auch kein riesiges Projekt, dieses Buch zu lesen.

Insgesamt ist es Marston wunderbar gelungen, ein authentisches Bild der damaligen Zeit zu schreiben und mir dabei noch Lesevergnügen zu bereiten.

„Anti-Semitism is as virulent es ever.“
– Major Raymond Marmion

goldene_Sterne

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