The Newgate Jig – abgebrochen

The Newgate Jig habe ich mir vor einiger Zeit aus der Bücherei ausgeliehen, weil mich die Inhaltsangabe sehr angesprochen hat: ein Junge beobachtet die Hinrichtung seines Vaters, von dessen Unschuld er überzeugt ist, und macht sich mithilfe einer´Gruppe von Theaterleuten auf die Suche nach den Übeltätern. Einmal einen Einblick in das viktorianische Zeitalter aus Sicht der niedrigeren Klassen bekommen – darauf habe ich mich sehr gefreut.

Das Buch hat auch wirklich gut angefangen, nämlich mit einem echten Knüller: wie der Junge die Hinrichtung seines Vaters beobachtet. Danach hat es aber sehr nachgelassen. Und das lag nicht an den Charakteren! Bob Chapman, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein sympathischer Mann; sehr introvertiert (und das obwohl er im Theaterbusiness arbeitet!) und ich konnte mich in einigen seiner Charakterzüge wiedererkennen. Auch wie sehr er seinen Hunden ergeben ist, ist göttlich. Die Autorin hat ihn, ebenso wie die weiteren Charaktere, gut dargestellt, und man konnte sich den ganzen Haufen bildhaft vorstellen. Mir hat ehrlich gesagt auch gefallen, dass hin und wieder Sätze in anderen Sprachen, vornehmlich italienisch und deutsch, gesagt wurden – mal wieder ein paar Brocken deutsch zu lesen war ganz schön 🙂 Und ich war oft erstaunt, wie sehr das viktorianische Zeitalter teilweise der Moderne ähnelt bzw. geähnelt hat.
Also eigentlich alles gute Gründe, das Buch zu lesen! Allerdings ist, einmal abgesehen von der Hinrichtung, auf den ersten 100 Seiten (von weniger als 300) wenig passiert – oder besser: nichts! Ja, Bob Chapman lernt den Sohn des Erhängten kennen, aber auch das ist kein besonderes Ereignis, sondern passiert halt mal so. Es wurde irgendwann so langweilig darauf zu warten, dass etwas passiert, dass ich beschlossen habe, das Buch abzubrechen. Es wurde wirklich zu einem kleinen Kraftakt, die Seiten zu lesen und dann auf die nächste Seite zu blättern. Ich hatte das Gefühl, dass bessere Bücher auf mich warten.

The_Newgate_JigVom Grundsatz her hat diese Geschichte das Potenzial, richtig gut zu sein! Die Charaktere sind sympathisch (oder auch nicht, wenn sie es nicht sein sollen) und die Idee ist richtig gut. Aber die ersten hundert Seiten hätte man auch weglassen können, ohne das es dem Buch groß geschadet hätte.

The Newgate Jig | Ann Featherstone | John Murray | erschienen 2010
ISBN 978-1848542037 | £17.99 (Hardcover)

abgebrochen

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