Die Frau, die nicht lieben wollte

Quelle: S. Fischer
Quelle: S. Fischer

Die Frau, die nicht lieben wollte | Stephen Grosz | S. Fischer | erschienen 2013
ISBN 978-3-10-028715-1 | 19.99€ (Hardcover)
Leseprobe

Über Stephen Grosz:
Grosz wurde 1952 in Indiana geboren. Er studierte sowohl an der University of California als auch in Oxford. Seit über 25 Jahren ist er als Psychoanalytiker in London tätig und unterrichtet dort auch am University College.
Die Frau, die nicht lieben wollte wurde in 14 Sprachen übersetzt. Außerdem schreibt Grosz regelmäßig für die „Financial Times“.
Quelle: Buch, Wikipedia

In Die Frau, die nicht lieben wollte beschreibt Grosz zahlreiche Fälle die er als Psychoanalytiker betreut hat. Dabei gibt er einen faszinierenden Einblick in seine Arbeit, in der es nicht immer darum geht, die Personen in irgendeiner Form zu „heilen“. Teilweise beschreibt er, inwiefern die Personen ihn besonders berührt haben und welche Auswirkungen dies auf ihn hatte. Manchmal erklärt er anhand eigener Erfahrungen Sachverhalte, die sich jeder zu Herzen nehmen kann und vielleicht auch sollte – beispielsweise wie man einem Kind schadet, indem man es zu oft lobt.

Ich habe von diesem Buch durch meine Psychologie-Lehrerin erfahren; sie hat uns ein paar Fälle daraus vorgelesen. Ich finde es spannend, zu lesen, welche Schlüsse er aus bestimmten Verhaltensweisen zieht. Überrascht haben mich dabei vor allem zwei Dinge: zum einen mit welch unterschiedlichen Problemen die Menschen zu Grosz gekommen sind; von AIDS-Kranken über Ehepaare bis hin zu Kinder, wobei ich das Gefühl hatte, dass besonders diese Fälle ihn sehr beschäftigt haben beziehungsweise immer noch beschäftigen. All seine Patienten stellt er auf sympathische dar und, viel wichtiger, man kann sie förmlich vor sich sehen – das bockige Kind ebenso wie die seriöse Geschäftsfrau oder den lässigen Studenten.
Interessant fand ich auch, welche große Bandbreite die „Behandlungsmethoden“ haben. Es gibt Dinge, die hatte ich erwartet. Beispielsweise die Traum-Analyse oder das Erinnern an die Kindheit. Mit anderem habe ich nicht gerechnet. So hat er nicht nur einmal hinterfragt, wie der Patient auf ihn, also Grosz, wirkt, um letztendlich einen Grund für dessen Verhalten herauszufinden.
Diese wahren Geschichten beschreibt Grosz auf sehr lockere Art und Weise, ohne dabei zu untergraben, wie sehr ihm die Fälle teilweise nahe gingen. Das Buch ist auch für Laien gut verständlich (in erster Linie auch für Laien ausgelegt); sollte doch einmal ein Fachbegriff vorkommen, wird dieser erklärt. Teilweise musste ich auch ein wenig lächeln, aber meistens war ich einfach nur erstaunt.

Die Frau, die nicht lieben wollte ist ein unterhaltsames Buch, welches Laien in die unterschiedlichsten Ausprägungen der menschlichen Psyche entführt und einen Einblick in die Arbeit eines Psychoanalytikers gibt. All das ist gewürzt mit der ein oder anderen Lebensweisheit.

Die Zukunft ist eine Phantasie, die unsere Gegenwart prägt.
– Stephen Grosz (S. 167)

5Sterne

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