The Little Paris Bookshop

Quelle: Abacus
Quelle: Abacus

The Little Paris Bookshop | Nina George | Abacus | erschienen 2013
ISBN 978-0-349-14037-7 | £8.99

Über Nina George:
Die Autorin wurde 1973 in Bielefeld geboren, verließ 1991 vor dem Abitur die Schule und machte eine journalistische Ausbildung. Nebenbei arbeitete sie in der Gastronomie. 1997 erschien ihr erstes Buch Gute Mädchen tun’s im Bett, böse überall. Die Idee dazu kam ihr, nachdem ein Kneipen-Gast sich ihr gegenüber besonders aufdringlich verhalten hatte. Seit 1993 ist sie als Journalistin und freie Schriftstellerin tätig.
Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Anne West und ihrem Ehenamen Nina Kramer. Zusammen mit ihrem Ehemann schreibt sie unter dem Namen Jean Bagnol. Bisher hat sie mehr als 20 Bücher unter den verschiedenen Namen veröffentlicht.
Quelle: Wikipedia

Auf einem Boot auf der Seine hat Jean Perdu seine literarische Apotheke eröffnet. In diesem Buchladen verkauft er seinen Kunden Bücher, die deren Seele zu ein wenig Frieden verhelfen. Das funktioniert immer – außer bei ihm selbst. Als dann auch noch ihm gegenüber eine neue Nachbarin einzieht und sein Leben durcheinander wirbelt, animiert dies Perdu dazu, Paris zu verlassen (samt Buchladen und einem Autoren, der vor seinen Fans und seinem Verleger flieht) und sich auf die Suche nach der Liebe seines Lebens zu machen.

Vor ein paar Tagen hat Lotta vom Blog Lottas Bücher auf Tumblr geschrieben: „Kennt ihr das? Dieses Gefühl, wenn ihr ein neues Buch anfangt und ihr euch sofort wie zu Hause fühlt? Solche Bücher sind mir von Anfang an immer die liebsten.“ Obwohl sie sich auf ein anderes Buch bezog, hat sie damit sehr genau in Worte gefasst, wie ich mich gefühlt habe, als ich angefangen habe, dieses Buch zu lesen. Es ist eine unglaublich berührende Geschichte, die sich eröffnet. Und obwohl sie einige ernste Themen behandelt und von einer deutschen Autorin stammt, wird trotzdem der Flair Frankreichs und seiner Bewohner auf schöne und in Erinnerung bleibende Weise wiedergegeben.
Nina George hat in dieses Buch einige Themen gepackt, ohne dass es jemals überladen wirkt. Über allem steht es, zu leben. Eine Kundin sagt in dem Buch einmal zu Perdu:

„I’ve often wondered why people don’t write more books about living. Anyone can die. But living?“
– „The Grandma“ (S. 21)

Mit The Little Paris Bookshop hat man ein Buch in der Hand, das genau davon handelt: dem Leben. Es berichtet von den Freuden des Lebens und es ist eine Geschichte davon, sein Leben auch wirklich zu leben, alles zu genießen, was es zu bieten hat: Freundschaft, Liebe, Bücher, tanzen, Sterne am Himmel zählen, gutes Essen, ja, auch mit einem geliebten Menschen zu schlafen und noch Millionen andere Dinge, die das Leben lebenswert machen. Teilweise waren es die kleinsten Nuancen, die in diesem Buch den Unterschied gemacht haben.
Aber es geht eben auch um die traurigen Seiten, insbesondere um den Verlust eines geliebten Menschen. Und das hat Nina George auf sehr außergewöhnlich Art verarbeitet: mit viel Feingefühl, aber doch auch immer dem Fokus darauf, dass das Leben weitergeht. Damit hat sie mir regelmäßig Tränen in die Augen getrieben.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Leidenschaft Perdus für Bücher auf sehr ansprechende Weise wiedergegeben wird. Sie ist in vielen seiner Aktionen zu spüren – und geht Hand in Hand mit seiner Zuneigung für Kunden, denen es genau so geht. Besonders gut fand ich, dass ich mich hierin wirklich wiederfinden konnte. Mir passiert es oft, dass ich Bücher über die Leidenschaft zu Büchern lese (vor kurzem beispielsweise 84, Charing Cross Road von Helene Hanff) und mir unglaublich klein vorkomme. Da geht es um Klassiker (die ich zum größten Teil noch nicht gelesen habe) und Lyrik (die mich noch nie wirklich gereizt hat) und alles andere wird als ein Stück weit „verpönt“ dargestellt. In The Little Paris Bookshop ist das nicht der Fall. Es geht um die Liebe zu Büchern der Bücher wegen – ob das nun Gregs Tagebuch oder Jane Austen ist, spielt keine Rolle. Und ich halte das für wichtig. Letztendlich ist es erst einmal wichtig, dass überhaupt gelesen wird. An anspruchsvolle Lektüre kann man sich ja langsam herantasten.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein kleines Plädoyer dafür, niemals zu vergessen, dass Schicksalsschläge nicht unser ganzen Leben bestimmen sollten. Es gibt immer einen Grund, weiter zu machen. Es geht auch darum, über sich selbst hinauszuwachsen und einmal aus der eigenen kleinen Wohlfühl-Blase hinauszugehen, über den Tellerrand zu schauen, sich etwas zu trauen. Und es geht um die Liebe zu Büchern, die einen durch jede Lebenslage bringen können – wenn man es nur will.

„Never listen to fear! Fear makes you stupid.“
– Jean Perdu (S. 122)

goldene_Sterne

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2 Kommentare zu „The Little Paris Bookshop

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