Rezension – Saladin

Quelle: Penguin
Quelle: Penguin

Saladin | John Man | Corgi Books | erschienen 2015
Taschenbuch: ISBN 978-0-552-17084-0 | £9.99

In diesem Buch berichtet John Man vom Leben des Saladin, der als einer der größten Helden der islamischen Welt gilt. Dabei geht er besonders auf Saladins zwei vorherrschende Ziele ein: den Islam zu vereinigen und „Jihad“ zu betreiben. Außerdem wird aufgezeigt, wodurch Saladin auch im Christentum Bewunderung hervorgerufen hat und wie er letztendlich zu dem islamischen Held wurde, der er heute ist.

Als ich vor kurzem in der Buchhandlung dieses Buch gesehen habe, ist mir aufgefallen, dass ich eher wenig über Saladin weiß. Okay, wenn ich ehrlich bin, gar nichts. Also ist das Buch bei mir eingezogen und beim Lesen hat sich gezeigt, dass mir wieder einmal ein Glücksgriff gelungen ist.
Zunächst einmal, und für mich sehr wichtig, ist, dass dieses Buch auch für Laien verständlich ist. Es bietet einen Einstieg in die islamische Welt des 12. Jahrhunderts, beschreibt verschiedene Gruppierungen und deren Feindschaft, bevor es sich Saladin widmet. Auf die Umstände seiner Umwelt wird aber nicht nur eingegangen, um es dem Leser einfacher zu machen, Vorgänge und Ereignisse zu verstehen. Der Autor schließt daraus auch auf bestimmte Wesenszüge, die Saladin zeigte. Gegen später geht Man auch auf die europäische Geschichte ein, im Zusammenhang mit den Kreuzzügen.
All diese eher nüchternen Dinge lassen sich wunderbar lesen. Das Buch hat mehr etwas von einem Roman als einem Sachbuch, immer mal wieder baut der Autor auch Witz oder Sarkasmus in die Biografie ein.
Vielleicht die größte Errungenschaft dieses Buch ist es, dem Leser den Islam näher zu bringen. In einer Zeit wie dieser, vor dem Hintergrund von zu vielen islamistischen Terroranschlägen, ist ein Verständnis für andere Personen, Lebensstile und Glaubensrichtungen unglaublich wichtig. Und das macht dieses Buch unglaublich wichtig. Hier taucht regelmäßig der Begriff „Jihad“ auf. John Man differenziert Saladins Auffassung von „Jihad“ sehr deutlich von dem Dschihad, der heute von Selbstmordattentätern verbreitet wird. Ihm ging es in erster Linie um die Verteidigung des eigenen Glaubens gegen die christlichen Eindringlinge. Und dies geschah zwar durchaus mit militärischer Gewalt, aber auch mit großem gegenseitigen Respekt beispielsweise zu Richard I. Löwenherz, Ritterlichkeit und einer Großzügigkeit, die manchmal schon fast an Dummheit grenzte.
Hinzu kommt, dass dieses Buch das Bild eines mittelalterlichen Islams zeichnet, welcher modern, wissensdurstig, weltoffen und, meiner Meinung nach, dem mittelalterlichen Christentum um einiges überlegen war. Es ist nicht schwer, Teile davon im heutigen Islam wieder zu erkennen. Vielleicht trägt dies dazu bei, dem Islam eine Haltung entgegenzubringen, wie dieser sie zu Saladins Zeit dem Christentum entgegengebracht hat.
Sehr interessant fand ich, wie viele Parallelen man zwischen der damaligen Zeit und der Gegenwart ziehen konnte. Nicht nur die moderne Führungsgestalt eines Saladin, sondern beispielsweise auch extreme Islamisten, die alles niedermetzelten, was nicht ihrer Glaubensrichtung entsprach. Und wo wir gerade über die moderne Führungsgestalt Saladin sprechen: toll fand ich, dass ein Kapitel der Frage gewidmet wurde, was Saladin zu einer so populären Führungsperson gemacht hat und was auch heute noch einen guten Anführer ausmacht. Auch hier war erstaunlich, wie viele Parallelen sich ergeben haben.

Für mich gibt es also für dieses Buch eine Leseempfehlung und ich habe mir fest vorgenommen, mehr Bücher über den Islam zu lesen und diese Religion besser kennenzulernen.

Medieval Islam, assured of its superiority, was innovative and curious.
– S. 26

5Sterne

Über John Man:
Man wurde 1941 in Großbritannien geboren und studierte in Oxford Deutsch und Französisch, außerdem hat er Diplome in Mongolisch sowie in der Geschichte und Philosophie von Wissenschaft. Er hat Bücher über die Geschichte des Schreibens sowie zahlreiche Themen andere Themen geschrieben. Besonders bekannt sind seine Bücher über Dschingis Khan, Attila und Kublai Khan. Ein besonderes Augenmerk seiner Arbeit liegt auf der Mongolei und deren Geschichte.
Er sit verheiratet und lebt mit seiner Frau in London. Sie haben eine Tochter.
Quelle: Wikipedia

Kaufen könnt ihr das Buch als E-Book beispielsweise bei buecher.de

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3 Kommentare zu „Rezension – Saladin

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