Rezension – Death in the Tunnel

Death_in_the_TunnelDeath in the Tunnel | Miles Burton | British Library | erstmals erschienen 1936; diese Ausgabe veröffentlicht in 2016
ISBN 978-0-7123-5641-1 | £8.99

Sir Wilfred Saxonby reist alleine in einem abgeschlossenen Abteil und so weist alles auf Selbstmord hin, als Sir Wilfred tot aufgefunden wird, nachdem der Zug einen Tunnel verlassen hat. Doch als Inspector Arnold von Scotland Yard kein Motiv für einen Selbstmord in Erfahrung bringen kann und zudem erfährt, dass der Zug im Tunnel von einem mysteriösen Licht heruntergebremst wurde, regen sich Zweifel in ihm. Doch je mehr Fakten ans Licht kommen, desto verwirrender wird der Fall. Daher bittet Arnold seinen Freund und Hobby-Detektiv Desmond Merrion um Hilfe.

Ich liebe die Krimi-Klassiker, die von der British Library neu aufgelegt wurden. Mal davon abgesehen, dass die Bücher toll in der Hand liegen, sind es auch jedes Mal spannende Krimis, aus der Hochzeit britischen Krimis, in erster Linie aus den 20er und 30er Jahren.
Auch Death in the Tunnel bildet da keine Ausnahme. Dieses Locked-Room-Rätsel stellt nicht nur die Ermittler sondern auch den Leser vor Rätsel. Es braucht zwar die ersten rund 50 Seiten um Fahrt aufzunehmen, aber von da an stellt jede neue Enthüllung ein ganz eigenes Rätsel dar.
Das ist zumindest der Fall, bis Merrion seine Vermutungen anstellt; schon kurz vor Schluss wird dadurch klar, wer verantwortlich ist. Das ist für mich der einzig Kritikpunkt an diesem Cosy Crime: Es wird zu früh klar, wer der Täter ist.
Merrion und Arnold haben mich stellenweise sehr an Hercule Poirot und seinen Inspector Japp erinnert, mit dem Einfallsreichtum des Einen und dem Willen des Anderen, jedwede Lösung anzunehmen – nur, um den Fall abschließen zu können. Auch der Fall an sich und die letztendliche Lösung hätten von der Queen of Crime kommen können. Allerdings ist Merrion um einiges zugänglicher als Poirot und nimmt ausschließlich eine beratende Rolle ein.
Wenn man einmal davon absieht, dass die Lösung des Falles zu schnell klar wird, hat dieses Buch viel Ähnlichkeit mit Büchern über Poirot. Eine Sache macht dieses Buch aber doch besser: in meinen Augen bekommt man einen stärkeren Einblick in die 1930er Jahre, beispielsweise wenn es um technische Dinge geht. Poirot könnte theoretisch auch heute spielen, aber Merrion und Arnold sind ganz eindeutig Kinder ihrer Zeit und könnten niemals in das Heute verwurzelt werden.

Für Liebhaber des Cosy Crime und Fans von Agatha Christie ein tolles Buch, dessen einziger Schwachpunkt die frühe Ahnung über den Verantwortlichen ist.

The problem fascinated him, since every possible solution presented apparently insuperable difficulties.
– Desmond Merrion (S. 68)

4Sterne

Über Miles Burton:
Miles Burton war eines der Pseudonyme des britischen Kriminalschriftstellers Cecil Street. Geboren wurde er um 1884 auf Gibraltar und machte zunächst Karriere in der britischen Armee. Als Schriftsteller betätigte er sich ab 1925.
Besonders bekannt wurden seine Bücher um den Forensiker Dr. Priestley, welche er unter dem Pseudonym John Rhode schrieb.
Street starb 1965.
Quelle: Wikipedia

Kaufen kann man das Buch bei buecher.de

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Ein Kommentar zu „Rezension – Death in the Tunnel

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