Rezension – Das Geheimnis des weißen Bandes

Das_Geheimnis_des_weißen_BandesDas Geheimnis des weißen Bandes | Anthony Horowitz | Insel Taschenbuch | erschienen 2013
aus dem Englischen: The House of Silk | Übersetzer: Lutz-W. Wolff
ISBN 978-3-458-35915-9 | 9,99€
Trailer

Als ein elegant gekleideter Mann die Baker Street 221b betritt, wissen Sherlock Holmes und Dr. Watson noch nicht, dass dies der möglicherweise gefährlichste Fall ihrer Zusammenarbeit wird. Er hat bei der Zerschlagung einer amerikanischen Verbrecherbande geholfen und glaubt, dass ihn der einzige Überlebende nun in England gefunden hat. Doch auf der Suche nach dem Gangster kommt Holmes einer Verschwörung auf die Spur, die ihn in größte Gefahr bringt.

Ich liebe die Bücher von Anthony Horowitz und ich liebe Sherlock Holmes. Die Wahl, dieses Buch auszuleihen, fiel daher nicht schwer. Nach dem Lesen kann ich sagen: Das Buch ist der Hammer!
Horowitz macht Sir Arthur Conan Doyle alle Ehre und bietet den Lesern die Chance, noch einmal in die Welt von Sherlock Holmes einzutauchen, mit Watson zu rätseln und von Homes beeindruckt zu werden.
Dieser Sherlock steht dem Original in nichts nach, wenn es um die Kunst der Deduktion geht. Wenn man im Prolog schon untertassengroße Augen bekommt, wenn er seine Künste anwendet, dann kann es nur gut werden.
Horowitz gelingt es auch auf verblüffende Weise, das viktorianische London heraufzubeschwören. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast davon ausgehen, dass er es selbst erlebt hat.
Watson schreibt diese Geschichte auf, nachdem Holmes gestorben ist und die Ereignisse bereits einige Zeit zurückliegen. Zum größten Teil merkt man das nicht, aber manchmal katapultiert er den Leser wieder in seine Gegenwart und spielt auf Dinge an, die erst später stattfinden. Dies hat mir einerseits das Gefühl vermittelt, dass man quasi neben Watson an dessen Krankenbett sitzt und von ihm ins Vertrauen gezogen wird, andererseits hat es die Spannung sehr gesteigert. Es lag weniger daran, dass er fiese Cliffhanger eingebaut hat, sondern war eher der Tatsache geschuldet, dass er an diesen Stellen darauf hingewiesen hat, welch ein Skandal dieser Fall war und wie sehr er die Gesellschaft durchdrungen hat. Man hat also fieberhaft darauf gewartet zu erfahren, was diesen Fall ausmacht und wo er hinführt. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen.
Obgleich es Horowitz gelingt, das viktorianische London wieder auferleben zu lassen und Sherlock Holmes noch einmal auferstehen zu lassen, merkt man dennoch stellenweise, dass das Buch nicht von Doyle geschrieben wurde. Meiner Meinung nach war der Fall und der Skandal, der dahinter liegt, um einiges brutaler und erschreckender war, als es in den originalen Büchern der Fall ist. Vielleicht spiegelt sich darin wieder, dass wir heutzutage von Krimis mehr Schrecken erwarten, als es zu Doyles Zeit der Fall war.

Obwohl man unbedingt wissen will, wie dieser Fall endet, will man eigentlich nicht, dass das Buch jemals zu Ende ist. Für mich war es, als hätte ich einen alten Bekannten getroffen, den ich nun nicht mehr verabschieden will. Es war einfach etwas ganz besonderes, nochmal in einen Fall von Holmes und Watson einzutauchen, mit ihnen (oder besser: mit Watson) zu rätseln und letztendlich auch eine stimmige Auflösung unterbreitet zu bekommen.

Kein Land darf seine Rechtsstaatlichkeit um der Zweckdienlichkeit willen opfern.
– Dr. John Watson (S. 349)

goldene_SterneÜber Anthony Horowitz:
Horowitz wurde 1956 in Großbritannien geboren und wuchs in einem wohlhabenden Elternhaus auf. Mit acht Jahren wurde er auf ein Internat geschickt und nahm die dort vorherrschenden schrecklichen Verhältnisse als Vorlage für einige seiner Werke. Dort entschied er auch, dass er Schriftsteller werden wollte. Seit 1979, als sein erstes Buch erschien, ist er als freier Schriftsteller tätig. Er zählt zu den produktivsten britischen Autoren und ist auch als Drehbuchautor für Film, Fernsehen und Theater tätig.
1988 heiratete er seine Frau. Zusammen mit ihr und den zwei gemeinsamen Kindern lebt er in London.
Quelle: Wikipedia

Kaufen kann man das Buch beispielsweise bei buecher.de

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7 Kommentare zu „Rezension – Das Geheimnis des weißen Bandes

      1. Um das bin och schon ein paar Mal rumgeschlichen und hab überlegt, ob ich’s mir holen soll, aber bisher doch nicht getan. Vielleicht sollte ich es doch mal lesen?!

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