Rezension – Frigid

Quelle: Piper
Quelle: Piper

Frigid | Jennifer L. Armentrout | Piper | erschienen 2016
aus dem Amerikanischen: Frigid | Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Taschenbuch: ISBN 978-3-492-30985-1 | 9.99€
E-Book: ISBN 978-3-492-97529-2 | 8.99€
Leseprobe

Seit ihrer Kindheit sind Sydney und Kyler beste Freunde. Mittlerweile gehen sie zusammen auf’s College, aber während Sydney die Zeit gerne mit einem guten Buch verbringt, nimmt Kyler alles mit ins Bett, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im alljährlichen Skiurlaub werden sie von einem Schneesturm überrascht und stecken zusammen in der Skihütte fest. Während Sydney und Kyler sich ihren Gefühlen zueinander stellen, merken sie, dass sie in Gefahr stecken. Denn mitten in dieser abgeschottenen Gegend und meilenweit von Hilfe entfernt, trachtet ihnen offenbar jemand nach dem Leben.

Bisher haben mich Jennifer L. Armentrouts Bücher noch nie im Stich gelassen. Wenn ich ein gutes, nicht zu anspruchsvolles Buch lesen will, dann greife ich bei ihr nicht daneben. So war es auch mit diesem hier, Frigid. Zwar war ich im ersten Augenblick verwirrt, da ich dachte, es wäre ein weiterer Teil der Wait for you-Reihe, dieser Band ist aber der in sich abgeschlossene erste Teil einer neuen Reihe, auch wenn sich die Cover sehr ähnlich sind.
Es gibt einige Dinge, die mir an diesem Buch gut gefallen. Zum einen stört mich schon länger an den Romanen aus dem NA-Genre, dass ihre Protagonisten offenbar eine traumatische Vergangenheit haben MÜSSEN. Ich habe schon ein Weilchen keinen YA- oder NA-Roman mehr gelesen, in dem keine Vergewaltigung, kein prügelnder Vater oder sonst etwas in die Richtung vorkam. Damit will ich nicht sagen, dass diese Themen nicht in Büchern vorkommen sollten. Aber erstens fand ich es zum größten Teil schlecht aufgearbeitet und zum anderen bekommt man langsam das Gefühl, dass man ohne ein Trauma gar nicht mehr glücklich werden kann. Umso besser hat es mir daher gefallen, dass es in Frigid um zwei ganz normale Menschen geht. Weder Sydney noch Kyler haben etwas erlebt, das über die ganz normalen Erfahrungen eines Jugendlichen und jungen Erwachsenen hinausgeht – gescheiterte Beziehungen, Herzschmerz, Alkohol; das übliche eben.

Sich neben einem knisternden Kaminfeuer zusammenrollen und ein gutes Buch lesen? Eher mein Ding.
– Sydney (14% Kindle-Edition)

Ein wirklich großer Pluspunkt des Buches ist Sydney. Sie ist eine Leseratte, ein zuckersüßes Mädel und ich konnte mich oftmals in ihr wiedererkennen. Oben genanntes Szenario wäre für mich der Inbegriff der Perfektion. Außerdem ist sie eher introvertiert und das merkt man auch. Ähnlich wie ich denkt sie viel über die Aussagen anderer nach, macht sich dabei das Leben oftmals auch schwerer als es eigentlich ist. Ich fand ihre Gedankengänge einnehmend und witzig – und konnte mich ständig darin wiedererkennen. Womit sie aber so richtig den Nagel auf den Kopf getroffen hat, war für mich dieser Kommentar:

Was ich jetzt brauchte, war ein richtig gutes Buch – eines mit Tonnen von Sex und Existenzängsten und einem absolut unglaubwürdigen Happy End, das dafür sorgte, dass ich die Story gleichzeitig liebte und hasste.
– Sydney (89% Kindle-Edition)

Mein „Buch für zwischendurch“, wenn ich einfach die Schnauze voll hab von der Welt und weder denken kann noch denken will, dann brauche ich solche Bücher. Dass dies in einem Buch vorkommt, hat mich gefreut. Ich schäme mich dieser „Abschalt-Bücher“ nicht. Aber es wird so perfekt in Worte gefasst, wie ich über die Bücher denke, dass sich Sydney damit zu einer meiner liebsten Protagonisten gemacht hat.
Ansonsten zeichnet auch dieses Buch aus, was die anderen Bücher von Jennifer L. Armentrout auszeichnet: es ist witzig, unterhaltsam und einfühlsam. Die Unterhaltungen zwischen Kyler und Sydney haben mich oft zum Lachen gebracht. Die große Vertrautheit zwischen den beiden, da sie sich schon von klein auf kennen, merkt man ihnen an und ich fand, sie wurde im Buch gut rübergebracht.
Außerdem ist dieses Buch aus zwei Perspektiven geschrieben, Kyler und Sydney kommen abwechselnd zum Zug. Auch das hat mir gut gefallen, da man sich so wirklich gut in beide einfühlen konnte und die Handlungen beider nachvollziehen konnte.
Allerdings ist es mir stellenweise doch zu kitschig geworden und auch das Ende, mit Kylers Tattoo, fand ich ehrlich gesagt ein bisschen lächerlich. Es wurde dann einfach zu viel des Guten.
Auch der weitere Spannungsbogen, der durch die Angriffe auf Sydney und Kyler eingebaut wird, erschien mir manchmal übertrieben und wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Ich verstehe, warum Armentrout diesen für ihren Schluss gebraucht hat, aber hätte man die beiden nicht anders zusammenbringen können? Denn was vermeintlich für Spannung sorgen sollte, hat in meinen Augen eher dafür gesorgt, dass die Geschichte entschleunigt wurde.

Insgesamt konnte mich das Buch aber überzeugen und Sydney macht all die kleinen Minuspunkte schnell wieder wett.

5SterneÜber Jennifer L. Armentrout:
Jennifer L. Armentrout wurde 1980 in West Virginia geboren; heute lebt sie dort zusammen mit Ehemann und Hund. Ihr bisher größter Erfolg waren die Wait for you-Reihe unter dem Pseudonym J. Lynn, sowie die Lux-Reihe. Davor schrieb sie schon zahlreiche Young-Adult-Fantasy- und Liebesromane, die international erfolgreich waren.
Quelle: Website der Autorin

Weitere Meinungen zum Buch:

Kaufen kann man das Buch beispielsweise bei buecher.de

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16 Kommentare zu „Rezension – Frigid

      1. Die sind tatsächlich manchmal ein bisschen zu gut um wahr zu sein. Aber mit Sydney konnte ich mich richtig gut identifizieren (introvertiert, Leseratte,…) und da hat definitiv mit reingespielt, dass sie keine traumatische Vergangenheit hat. Das hat mich nämlich auch schon an den Romanen der Wait for you-Reihe gestört.

        Gefällt 1 Person

  1. Ich habe bis jetzt einige mittelmäßige Meinungen gehört, aber vllt lese ich es doch. Wegen dir 😀 weil du geschrieben hast, dass S. und K. ganz normale Menschen sind! Das ist großartig 😀

    Gefällt 1 Person

    1. Gell, das ist einfach mal eine nette Abwechslung! Mittlerweile verdreh ich wirklich nur noch die Augen, wenn es mal wieder ein Vergewaltigungsopfer in einem Buch gibt. Ich will damit nicht sagen, dass diese Erlebnisse nicht furchtbar sind, aber in den YA- und NA-Romanen nehmen sie doch überhand. Mich nervt das oft einfach nur.
      LG, Celina

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