Rezension – Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Vielen Dank an NetGalley.de und List/Ullstein für dieses Rezensionsexemplar!
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Vor vielen Jahren verlor Anthony Peardew ein Schmuckstück seiner großen Liebe. Seitdem sammelt er alle verlorenen Gegenstände, die er auf der Straße findet, etikettiert sie und nimmt sich fest vor, diese einmal an die Besitzer zurückzugeben. Doch er selbst findet das verlorene Medaillon, das ihm so wichtig ist, nicht. Schlussendlich muss er seine Aufgabe an seine Erbin Laura weitergeben, die plötzlich mit einem ganzen Haufen verlorener Dinge vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe steht.

Bereits als ich zum ersten Mal den Klappentext des Buches gelesen habe, fand ich die Idee dahinter richtig interessant. Sie hörte sich nach etwas außergewöhnlichem an und ich war gespannt, wie sich diese Geschichte entwickelt.
Zunächst ist es mir allerdings überraschend schwergefallen, in das Buch zu finden. Das lag nicht am Schreibstil, denn den fand ich durchgehend angenehm und gut zu lesen.
Schon recht früh wird allerdings ein zweiter Handlungsstrang eingeführt. Grundsätzlich habe ich damit kein Problem, es nervt mich allerdings, wenn ich nicht einordnen kann, wie die beiden Erzählstränge zusammenhängen und diese Frage löst sich hier erst zum Ende des Buches hin auf.

Dieses kleine Manko wird allerdings durch viele positive Dinge wettgemacht, sodass mich das Buch letztendlich doch überzeugen konnte.
Zunächst einmal sind da die Charaktere. Diese habe ich schnell ins Herz geschlossen, auch wenn sie sich nicht durchgehend von ihrer freundlichen Seite zeigen. Zugegebenermaßen hat mir auch das zugesagt, da sich im echten Leben niemand jederzeit nur von seiner Schokoladenseite zeigt. Die Personen haben dadurch viel realistischer gewirkt, man konnte sich dementsprechend besser mit ihnen identifizieren. Die Figuren sind gut herausgearbeitet, es wird nicht Zuviel verraten. So kann man sich sein eigenes Bild von ihnen machen. Hogan ergeht sich nicht in ausschweifenden Beschreibungen der Umgebung, jeder kann daher der eigenen Fantasy laufen lassen.
Die „Bösewichte“ waren zwar ein wenig überspitzt dargestellt, doch haben sie einige Lacher ins Buch gebracht und sind nicht zu klischeehaft geworden, um sie zu ertragen.

Padua war mehr als nur ein Haus; es war ein sicherer Ort, um zu heilen. Eine Zuflucht, um Wunden zu lecken, Tränen zu trocknen und Träume zu erneuern – wie lange es auch dauern mochte. Wie lange, bis ein zerbrochener Mensch stark genug war, sich der Welt erneut zu stellen.
– Anthony Peardew, Pos. 651 Kindle-Edition

Auch die Handlung konnte mich überzeugen. Es ist ein eher ruhiges Buch, aber die Geschichte entwickelt sich auf so natürliche Art und Weise, dass man fast glauben könnte, sie ist wirklich passiert. Jede neue Entwicklung und Handlung ist nachvollziehbar und verständlich.
Dazu trägt insbesondere bei, dass die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berichtet wird. Hauptsächlich berichtet zwar Laura, aber nahezu jeder andere Charakter im Buch kommt ebenfalls einmal zu Wort.
Gut gefallen hat mir auch, dass Ruth Hogan einige Themen einbringt, die eher traurig und nachdenklich stimmen. Dennoch ist es kein düsteres Buch, stattdessen zeigt es zahlreiche Dinge auf, die das Leben schön machen. Diese sind teilweise wirklich groß und lebensverändernd, manchmal aber auch nur ganz klein, beispielsweise eine gute Tasse Tee mit Freunden.

Insgesamt konnte mich dieses Buch trotz der Startschwierigkeiten überzeugen, es hat jede Menge Spaß gemacht zu lesen. Hogan hat eine gute Idee auch noch gut umgesetzt und mir dadurch einige angenehme Stunden bereitet. Am Ende fand ich es sehr schade, mich von Laura und all den anderen liebenswerten Personen verabschieden zu müssen.

Vielleicht dachte ich, wenn ich jeden verlorenen Gegenstand rettete, den ich fand, würde jemand das Einzige auf der ganzen Welt retten, an dem mir wirklich etwas lag, und ich würde es eines Tages zurückbekommen, um mein gebrochenes Versprechen doch noch einzulösen.
– Anthony Peardew, Pos. 1180 Kindle-Edition

 

Über Ruth Hogan:
Hogan studierte Englisch und Schauspiel und arbeitete danach zehn Jahre lang in einer Kommunalverwaltung im Bereich Human Resources. Mit Anfang Dreißig hatte sie einen Autounfall, der es ihr unmöglich machte, weiterhin in Vollzeit zu arbeiten. In der freien Zeit widmete sich daher dem Schreiben. Dies intensivierte sich nach einer Krebserkrankung im Jahr 2012, durch welche sie zahlreiche schlaflose Nächte hatte. In dieser Zeit entstand Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge, ihr Debütroman.
Mit ihrem Mann und zahlreichen Hunden lebt sie in einem viktorianischen Haus in Bedford, inmitten zahlreicher Fundstücke – mit ihren Worten: „treasures (or ‘junk’ depending on your point of view)“.
Quelle: Ullstein, Hogans Website

Weitere Meinungen zum Buch:
  • Book Broker („[…] eine durchaus nette Erzählung mit einer interessanten Handlungsstruktur, allerdings kommt man beim Lesen nicht so richtig in Fahrt“)
  • Bella’s Wonderworld (4/5 Grinsekatzen; „Ruth Hogan erzählt in ihrem Debütroman „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ eine hübsche und leicht romantische Geschichte die zum träumen einlädt.“)
  • Nicoles Bücherwelt (5/5 Sterne; „Ein wundervoller Roman – sehr schön und warmherzig geschrieben“)

Bildquelle Cover: Ullstein Buchverlage
Bildquelle Rose: Pinterest
Bildquelle Autorenfoto: Hogans Website

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2 Kommentare zu „Rezension – Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

  1. Hallo Celina,

    eine schöne Rezension – und vielen Dank fürs Verlinken!
    Ich hatte mit den zwei Handlungssträngen allerdings kein Problem. Ganz im Gegenteil, mir ging es sogar so, dass ich bereits viel zu früh erahnen konnte wie die Geschichten zueinander passen.

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend
    Bella

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Bella,

      hab ich gern gemacht 🙂
      Bei mir war das Problem möglicherweise, dass ich die ersten rund 70 Seiten gelesen, bin dann aber in der Praxisphasen nicht dazu gekommen. Schlussendlich sind drei Wochen vergangen, bevor ich weitergelesen hab. Gut möglich, dass ich deswegen die Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen nicht erkannt hab. Aber ich hab wirklich erst ganz am Schluss erkannt, wie die beiden zusammenhängen.

      Liebe Grüße
      Celina

      Gefällt 1 Person

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