Rezension – Isarsilber

Vielen Dank an Isaak Rosenblatt für dieses Rezensionsexemplar!

Am Ufer eines bayerischen Sees wird ein Mann erschlagen aufgefunden. Am Ufer des gleichen Sees steht ein Museum, das nachts ein Zweitleben als Edelbordell führt. Doch wie hängen diese beiden Dinge mit einem Großbauprojekt in Berlin zusammen, dessen Finanzierung ins Stocken geraten ist und bei dem ein Bauunternehmer spurlos verschwunden ist?

Normalerweise spielt das Folgende für mich keine Rolle und hat es auch in diesem Fall nicht getan, da es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, aber es muss dennoch gesagt sein: die Aufmachung dieses Buches im Hardcover-Format hat mir richtig gut gefallen! Sie ist sehr hochwertig und auch die Farbgebung gefällt mir super (wenn man der Graphikerin glauben darf, steh ich damit voll auf die nächste Trendfarbe).

Hinzu kommt, dass mir auch der Inhalt überraschend gut gefallen hat. „Überraschend“ vor allem, weil ich mir nicht sicher war, ob ein problembehaftetes Großbauprojekt wirklich zu einem spannenden Buch verarbeitet werden kann – und dann auch noch satirisch.
Rosenblatt ist das aber, gefühlt mühelos, gelungen und nachdem mich die ersten 20 Seiten schon abwechselnd zum lachen, rätseln, wundern und wieder lachen gebracht haben, war ich schon fast überzeugt.
Letztendlich konnten auch die restlichen fast 200 Seiten alle Erwartungen erfüllen und ich habe das Gefühl, ein richtig gutes Buch gelesen zu haben!

Für mich spielt es normalerweise eine sehr große Rolle, ob ich mich mit den Charakteren eines Buches identifizieren kann – wenn nicht, müssen sie wenigstens sympathisch sein. Beides war hier nicht der Fall, das hat aber meine Freude am Buch nicht gemindert. Die Personen hier sind eher Antihelden – unsympathisch, selten gesetzestreu (Ausnahmen bestätigen hier übrigens die Regel) und immer unmoralisch.
Allerdings wird unsere gesamte Gesellschaft, und insbesondere die Schönen, die Reichen und die ganz schön Reichen (um sich bei SWR3 zu bedienen), hier so gewitzt auf’s Korn genommen, dass man dem Autor erstens die unangenehmen Protagonisten und ihr Verhalten verzeiht und sich zweitens köstlich über genau diese Dinge amüsieren kann.

Neben dem Lachen hat mich das Buch vor allem zum Nachdenken gebracht. Zum einen ging mir regelmäßig durch den Kopf, wie wenig abwegig die Machenschaften im Buch manchmal erscheinen. Nennt mich zynisch, aber manche Sachen würden mich gar nicht wundern, wenn sie morgen in der Zeitung auftauchen.
Zum anderen spielt Isarsilber oft auf Rheingold an – eine Oper von Richard Wagner, 1869 uraufgeführt und ein Teil der Tetralogie Der Ring der Nibelungen. Witzig war hier, wie Rosenblatt es geschafft hat, Anspielungen auf die Oper im Buch zu verweben, weniger witzig, dass wir offenbar in den letzten fast 150 Jahren nicht wirklich weiter gekommen sind – die Grundgedanken des Rheingolds sind auch heute noch sehr aktuell.
(Übrigens: so, wie Isaak Rosenblatt mir den Tipp gegeben hat, mich vor dem Lesen einmal über die Handlung des Rheingold zu informieren, lege ich euch das nun ans Herz – der Wikipedia-Artikel hat mir vollkommen gereicht.)

Menschen hassen einander nun mal, als Individuen und als Gruppen, war das etwa je anders?
– S. 204

Zahlreiche andere Themen – neben finanzschwachen Großbau- und Prestigeprojekten – kommen ebenfalls zur Sprache. Insbesondere der Politik und der „Institution Ehe“ werden viele Worte gewidmet, aber auch die (katholische) Kirche bekommt ihr Fett weg. Daneben gibt es noch viele kleinere Themen, die auch immer mal wieder für Lacher gesorgt haben. Gut in diesem Zusammenhang fand ich auch, dass Rosenblatt eine Triggerwarnung in das Buch eingebaut hat, als es sexuell einmal auf sehr heftige Art zur Sache geht.

Wer Lust auf eine richtig gute und zudem richtig bissige Kriminalsatire hat, die einmal durchgehend unsere gesamte Gesellschaft auf’s Korn nimmt, zudem noch Selfpublisher unterstützen möchte, der sollte sich dieses Buch einmal genauer ansehen. Von mir gibt es auf jeden Fall eine dicke und fette Empfehlung!

Das Sinnen und Trachten des Menschen beschränkt sich ja keineswegs nur auf Sex. Leider, mag man hinzufügen. Eine Bonobo-Gesellschaft ist unvergleichlich friedlicher als eine menschliche. Vielleicht langweiliger.
– S. 56

Über Isaak Rosenblatt:
1957 in Tel Aviv geboren, kam Rosenblatt als Zweijähriger mit seiner Familie nach Deutschland. Zunächst studierte er Komparatistik und Philosophie, arbeitete danach in der britischen Autoindustrie und führt mittlerweile eine Personal- und Managementberatung. Zudem ist er in Graz als Gastprofessor tätig.
Er lebt mit seiner Familie (zu der auch 32 Katzen zählen) in einer Villa bei Possenhofen.
Quelle: Website des Autors


Bildquelle Cover: Website Isaak Rosenblatt
Bildquelle Silhouette München: Badspiegel – Wandspiegel
Bildquelle Berlin: Pinterest

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Rezension – Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Als eine Haushälterin ihren neuen Job antritt, bekommt sie es mit einem eher außergewöhnlichen Hausbewohner zu tun: der Mathematik-Professor hat nach einem tragischen Unfall nur noch ein sehr kurzes Gedächtnis. Nach genau 80 Minuten wird dieses quasi auf null gesetzt und er erinnert sich an das zuvor Geschehene nicht mehr. Doch die neue Haushälterin gewinnt sein Vertrauen und auch deren Sohn schließt er schnell ins Herz. Die verbindende Brücke ist dabei die Mathematik mit faszinierenden Zahlenrätseln, welche er mit großer Geduld vermittelt.
Doch dann setzt die Schwägerin des Professors der zarten Freundschaft ein Ende …

Ich bin einer dieser merkwürdigen Menschen, die mit Mathematik noch nie ein großes Problem hatten. Ich habe immer recht gute Noten mit heimgebracht und auch an der Uni gibt es in meinen Augen schlimmeres als die Mathe-Vorlesungen.
Als ich daher über dieses Buch gestolpert bin, war ich neugierig, wie die Formeln in einen Roman eingebaut werden können. Denn trotz meiner eher positiven Einstellung zu Mathematik, konnte ich mir gut vorstellen, dass das Buch dadurch ein bisschen trocken wird.

„Gott existiert, weil die Mathematik konsistent ist; der Teufel existiert, weil wir es nicht beweisen können.“
– Der Professor, S. 142

Wenn der Professor hier allerdings über befreundete Zahlen, Fakultäten oder vollkommene Zahlen redet, dann wird es nicht langweilig. Ogawa ist es gelungen, die Begeisterung dieses fiktiven Professor so zu vermitteln, dass es sehr realistisch wirkt. Ich wurde davon teilweise richtiggehend angesteckt und habe mich mit ihm und seiner Haushälterin über die kleinen mathematischen Dinge gefreut.

Neben der Faszination für Mathematik, die hier schön dargestellt wurde, wartet das Buch mit sympathischen Protagonisten auf. Es ist nicht besonders lang, daher konzentriert es sich auf den Professor, seine Haushälterin und deren Sohn, während die anderen Figuren oftmals nur in wenigen kurzen Sätzen beschrieben werden. Wirkliche „Auftritte“ haben nur vier relevante Personen – neben den drei genannten noch die Schwägerin des Professors.
Selbst diese werden nur teilweise tiefergehend behandelt. So erfährt man zwar einiges über die Vergangenheit der Haushälterin und über den Gedächtnisverlust des Professors, aber dennoch erhalten diese beispielsweise keine Namen. Der einzige, der konsequent mit einem Namen angesprochen wird, ist der Sohn der Haushälterin und „Root“ ist hier auch nur ein Spitzname.
Dies erleichtert allerdings die Identifikation mit den Figuren: Man könnte sich immer selber an Stelle einer davon finden. Insbesondere die Haushälterin wirkt sehr realistisch, hin- und hergerissen zwischen der Sorge um ihren Sohn, weil dieser alleine zu Hause ist, und der Tatsache, dass sie ihren Job braucht, um sich um ebendiesen kümmern zu können.

Alles in allem hat mich dieses Buch wirklich positiv überrascht. Ogawa hat einen angenehmen Schreibstil, konnte mich auch in mathematischen Dingen mitreißen und hat liebenswerte Charaktere geschaffen, die ich gerne noch länger begleitet hätte.

Zahlen waren für [den Professor] eine Geste, dem anderen die Hand zu reichen, und zugleich ein Mantel, der ihm Schutz bot.
– S. 13

Über Yoko Ogawa:
Ogawa wurde 1962 in Okayama, im Süden Japans, geboren. Sie studierte in Tokio, bevor sie 1986 ihre Schriftsteller-Karriere begann. Für ihre erste Erzählung, Agehachō ga kowareru toki (dt.: Der zerbrochene Schmetterling), gewann sie 1988 prompt einen Preis.
Seitdem hat sie mehr als zehn Romane und Erzählungen veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Zudem wurden einige ihrer Bücher als Filme adaptiert, darunter auch Das Geheimnis der Eulerschen Formel im Jahr 2006.
Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Präfektur Hyōgo, welche ebenfalls im südlichen Japan liegt.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:
  • Bücherkaffee („Verzaubert von ihrem Schreibstil, werde ich mir diese Autorin und weitere ihrer Werke vormerken.“)
  • Von der Muse geküsst (5 Sterne; „[…] das ein Roman über die Mathematik so zauberhaft sein, so magisch und poetisch, hätte ich nie gedacht und ich hab es auch nicht annähernd erwartet.“)
  • Claudias Bücherregal (5 Sterne; „Ein ruhiger Roman, der durch seine Atmosphäre überzeugt und die Liebe zur Mathematik vermittelt.“

Bildquelle Cover: atb
Bildquelle Japanische Kirschblüte: Pinterest
Bildquelle Autorenbild: Aufbau Verlag (Subject: OGAWA Yoko – Copyright: Danica BIJELJAC/Opale – Date: 20070500)

Rezension – Adele. Ihre Songs, ihr Leben

Vielen Dank an NetGalley.de und HarperCollins für dieses Rezensionsexemplar!
Link zur Verlagsseite

Sean Smith hat schon zahlreiche Biographien über unterschiedliche Stars der heutigen Zeit geschrieben und widmet sich nun Adele. Diese zählt mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Musikerinnen des 21. Jahrhunderts (Quelle: Wikipedia). Smith widmet sich ihrem Werdegang als Sängerin und der Frage, wie sie zu ihrem Ruhm kam.

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Ich habe mich entschieden, in diesem Beitrag auf eigene Fotos vom Buch zu verzichten. Stattdessen sind Bilder von Adele im Laufe der Zeit zu sehen, außerdem habe ich einige meiner liebsten Songs von ihr eingefügt.
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Fangen wir direkt mit einem meiner Lieblingssongs an: River Lea ist von ihrem dritten Album, 25, aus dem Jahr 2015.
In diesem Video davon sind einige Aspekte zu sehen, die Smith in der Biographie immer wieder anspricht und welche das Publikum für Adele einnehmen. Mir persönlich gefällt vor allem ihr Lachen. Es scheint immer von Herzen zu kommen und pure Lebensfreude auszustrahlen. Ich kann es mir nie verkneifen, mit zu lachen, einfach nur, weil ich ihr Lachen so toll finde!
Offensichtlich wird aber auch, dass sie eine Perfektionistin ist. Ehrlich gesagt muss ich zugeben, dass mir nicht einmal aufgefallen ist, dass sie „out of breath is“, bis sie es gesagt hat.

Smith geht auf ihren familiären Hintergrund ebenso ein wie die Entwicklung ihrer Karriere. Einmal abgesehen von Adele ist der große Star in diesem Buch (bzw. ihrer Geschichte) ihre Mutter – das sieht, wenn man dieser Biographie glauben darf, wohl auch Adele selbst so.
Penny war erst 18, als sie mit Adele schwanger wurde und dass es nicht das Allerleichteste ist, so jung ein Kind zu bekommen und sich mit „Anhang“ ein eigenes Leben aufzubauen, kann sich vermutlich jeder denken. Doch diese junge Mutter zeigt, dass es immer eine Möglichkeit gibt, einen anständigen Menschen großzuziehen und sich dennoch selbst auch weiterzuentwickeln.
Insofern war sie für mich das eigentlich Inspirierende des Buches: es gibt immer einen Weg, eine Möglichkeit, trotz aller Widrigkeiten oder Probleme.

Mutter zu sein ist jetzt das Wichtigste für sie.
– Pos. 3309 Kindle-Edition

Im Zusammenhang mit ihrem Privatleben fand ich vor allem Adeles Verhalten gegenüber ihrem Sohn Angelo sehr berührend. Ganz offensichtlich geht es ihr nicht darum, aus seiner Geburt irgendeinen kommerziellen Nutzen zu ziehen (sie und ihr jetziger Mann Simon verklagten eine britische Fotoagentur für die Nutzung von Paparazzi-Fotos ihres gemeinsamen Sohnes); selbst den Namen hielt sie verhältnismäßig lange unter Verschluss.
Mir hat sie das sympathisch gemacht, da ich es nie verstanden habe, wie Promis ihre Kinder dem Scheinwerferlicht aussetzen können, scheinbar ohne mögliche Folgen nachzudenken.

Ich hatte Adele nicht wirklich auf dem Schirm, bis ihr Song Rolling in the Deep erschien. Erst während des Lesens habe ich festgestellt, wie viele Songs von Adele ich tatsächlich kenne. Wirklich lieben gelernt habe ich sie aber erst mit Skyfall im Jahr 2011. Obwohl ich den Film nie gesehen habe, lief der Song bei mir rauf und runter und auch heute höre ich ihn noch sehr gerne.
Für mich war es auch sehr interessant, einen Einblick in die Entstehensgeschichte eines Songs (bzw. mehrerer Songs) zu bekommen. Mir war einfach nicht klar, wie viele Menschen letztendlich auch unterschiedlichste Weise hinter einem Lied stehen, das ich im Radio höre oder mir auf YouTube in der Dauerschleife anhöre.

Adele ist für mich ein großes Vorbild; nicht in musikalischer Hinsicht, da ich in dieser Richtung weder Talent noch Ambitionen habe, sondern in Bezug auf Selbstbewusstsein und diese zufriedene Ausstrahlung, welche Adele zu Eigen ist. Natürlich hat auch sie tagtäglich mit Problemen oder unangenehmen Aufgaben zu kämpfen, aber im Großen und Ganzen wirkt sie sehr im Reinen mit sich und ihrem Leben.

Zu ihrer eigenen Überraschung wurde Adele zu einer Mode-Ikone, zu einem Vorbild für ganz normale Frauen in ihrem Alter [meine Anm.: und jünger], in einer Zeit, als Mode extrem sexualisiert war.
– Pos. 3341 Kindle-Edition

Mein einziger Kritikpunkte an dieser hochinteressanten Biographie über einen sehr sympathischen Menschen sind einzelne Themengebiete, die in meinen Augen gar nicht oder zumindest nicht in der gegebenen Länge hätten behandelt werden müssen. Insbesondere im Mode- und Styling-Bereich wäre weniger mehr gewesen. Natürlich ist die Entwicklung ihres Stils wichtig und kann/muss im Zusammenhang mit ihrem Leben betrachtet werden. Aber nicht in dieser Ausführlichkeit, denn so interessant und wichtig sind die Namen von Stylisten etc. nun wirklich nicht.

Komplett übersprungen habe ich zudem das Horoskop für Adele am Ende des Buches, umso besser war dafür die Kurzbiographie, die ganz zum Schluss noch gegeben ist. Hier lassen sich die wichtigsten Daten auf einen Blick einsehen.

„Es geht darum, Dinge zu vermissen, von denen man gar nicht wusste, wie kostbar sie waren. Es geht um das, was war, was ist und was hätte sein können.“
– Adele über 25, Pos. 3236 Kindle-Edition

Send My Love (To Your New Lover) ist mein absolutes Lieblingslied von ihr!

Über Sean Smith:
Smith ist Großbritanniens führender Biograph der Berühmtheiten unserer Zeit. Er schrieb bereits Biographien über Princess Kate, Gary Barlow, Kim Kardashian und viele andere und stürmte damit bereits einige Male die Bestsellerlisten.
Quelle: Website des Autors

Weitere Meinungen zum Buch:
  • Stopfis Bücher („Adele ist eine wirklich bewundernswerte Frau, die eine starke Entwicklung durchgemacht hat“)
  • Ney Wonderland (5/5 Sterne; „Jeder ihrer Liedtexte hatte mich zum Nachdenken gebracht“)

Bildquelle Cover: HarperCollins
Bildquelle Adele (Kurzinfo): BBC (eigene Bearbeitung)
Bildquelle Noten: Homesticker
Bildquelle Adele als Kind: Mirror
Bildquelle Adele (2008): Zimbio
Bildquelle Adele (2015): Celebmix

A Very Special Cat

James Bowen was living hand to mouth in London, busking on the streets to earn a bit of money, when one day he stumbled upon a rather dishevelled ginger cat. He made sure the cat had no owner and then took him in and gave him a name: Bob.
From then on the two were practically inseparable. They soon established a Routine, James carrying him along when playing his guitar on the streets and Bob becoming well known to locals and foreigners. Other then attracting the attention of by-passers, Bob also helped James to get his life back on track.

You can take the cat off the street, but you can’t take the street out of the cat.
– p. 186

I’m a cat person: I’ve always preferred them to dogs and I think they are way cuter than the canine version of pets. This book and I did actually crossed paths a few times but I never got round to buying it. My aunt changed that and gave it to me for my birthday.
I nearly inhaled it: it’s a sometimes heartbreaking, sometimes funny and always hopeful story with a sympathetic human and a lovable cat as protagonists.
Especially the cat basically sneaked itself into my heart and I loved to read about all the little adventures Bob and James had together.
Even though the book is easy to read and not very long it has got a few important messages.

First and foremost: life on the streets is hard (just in case you weren’t aware). James describes his work as a busker (basically a street musician) and the dismissive reaction he got from a majority of by-passers before Bob joined him.
According to James Bob changed a lot of things in his life, mostly people’s attitude towards him. Bob made peolpe stop to talk with James – mostly about Bob – and he made James look nicer. Apparently it got easier to walk up to James and maybe he wasn’t just a nuisance anymore but an actual human being.

People don’t want to listen. […] Having Bob there gave me a chance to interact with people.
– p. 91

Apart from other’s people opinion Bob also changed James‘ attitude towards his own life. In the book James does not only write about his life with Bob but also about his life before Bob, especially how he came to live on the streets of London. That story includes about everything one can think about: drugs, homelessness, minor crimes, which all adds up to kind of a vicious circle.
It was interesting to read about James‘ life but also a bit unsettling for me. I always thought that teenagers or young adults who end up on the streets come from a bad and/or socially disadvantaged background. But that’s not the case with James: especially his mom earns a lot of Money and can probably be described as wealthy. This still doesn’t save her son from sliding into drug abuse and a rather unhappy life.

But with Bob he feels he has a responsibility to get his life back on track and he starts fairly soon with that. He got in touch again with his parents, even visited his mother in Australia, got a job at a London street magazine (comparable to Trott-war in Stuttgart) and decreased his intake of drugs.
This part of the story was really inspirational and ultimately shows what a huge impact Bob had. For James the arrival of Bob was a little miracle and it’s not about the fact that he earned more money because of him. It’s about the fact that Bob is the reason for James to – above all – live a better life but also to be viewed as a valuable human being and not a beggar by other people.

Living on the streets of London strips away your dignity, your identity – your everything, really. Worst of all, it strips away people’s opinion of you.
– p. 33

What I found most impressive really was James‘ fight to get away from drugs. I’m happy to say that I have no drug habit at all (if you don’t count books, at least 😉 ) and I never really understood why it’s so hard to get away from it again. James describes his way out in a way that made me understand, even though I never went through that experience (and hopefully never have to).

I can only recommend this book, especially to all the cat lovers among you. Bob is indeed a very special cat and it’s been a lot of fun to read about him. But the book is also inspirational regarding the way Bob changes James life.

Thanks to [Bob] I’d rediscovered the good side of human nature. I had begun to place my trust – and faith – in people again.
– p. 186

About James Bowen:
Bowen, born 1979 in Surrey, GB, moved to Australia with his mother after his parents‘ divorce, but later returned to Great Britain to live with his half-sister. The situation did not work out though and he became homeless. Bowen started to take heroin during that period, later worked as a busker and enrolled in a methadone program to get away from heroin.
He met Bob in 2007 and the two of them soon became famous because of people uploading videos of them onto YouTube and later attracted the Attention of the Islington Gazette. His first book, A Street Cat Named Bob, was written together with Garry Jenkins and published in 2012. Seven more books about Bob were written over time and there is a film adaption about the first one now.
Source: Wikipedia

The Bob-series:

  1. A Street Cat Named Bob
  2. The World According to Bob
  3. Bob: No Ordinary Cat (A Street Cat Named Bob rewritten for children)
  4. Where In The World Is Bob? (picture book)
  5. My Name Is Bob (picture book for young children)
  6. For the Love of Bob (sequel to Bob: No Ordinary Cat)
  7. A Gift From Bob (short story)
  8. Bob to the Rescue (picture book for young children)

More opinions about the book:

  • The Concious Cat („I wasn’t prepared for just how much I loved it“; includes the book trailer)
  • The Book Coop („It’s a sweet and heart warming book about friendship between human and animal“; a little video of Bob and James is included)
  • Leselurch (5/5 Lurche; „ein herzerwärmendes Buch über zweite Chancen, das sich den Bestseller-Status absolut verdient hat“)

Image source cover: Hodder
Image source cat-silhouette: Pinterest
Image source butterfly-silhouette: Freepik
Image source James Bowen & Bob: Islington Gazette

 

Rezension – Das Jahr, in dem ich dich traf

Jasmine ist eine echte Arbeitsbiene. Als sie plötzlich für ein Jahr freigestellt wird, weiß sie daher nicht so recht, was mit sich anzufangen und verzweifelt an ihrer Situation. Doch dann sieht sie zum ersten Mal Matt, den Nachbarn von gegenüber, und beginnt, ihn zu beobachten. Daraus entwickelt sich ein Jahr angefüllt mit Freundschaft, nächtlichen Unterhaltungen und Überraschungen, die noch lange nachwirken werden und Jasmine verändern.
LESEPROBE (pdf)

Dieses Buch habe ich unmittelbar nach meiner Rückkehr aus England gekauft. Es war ein absoluter Spontankauf; ich habe auf eine Freundin gewartet, mir die Zeit im Buchladen vertrieben und selbstverständlich wollte ich nur mal kucken. Letztendlich durfte dieses Buch dann doch in meine Tasche wandern. Ich bin mir gar nicht sicher, ob es mich heute noch so ansprechen würde, wie es zu dem Zeitpunkt tat, aber die ersten beiden Zeilen auf der Rückseite des Buches hatten mich sofort in ihren Bann gezogen:

Das Jahr, in dem sich mein Leben veränderte.
Das Jahr, in dem ich zu mir fand.

In diesem Buch bezieht sich das natürlich auf ein ganz anderes Thema, aber sie haben mir dennoch so sehr aus der Seele gesprochen, dass ich dem Buch nicht widerstehen konnte.
Das mag sich vielleicht überzogen und kitschig anhören, aber so ging es mir nach dem Jahr in England. Mein Leben hat sich verändert, vor allem, da ich mich verändert habe. Ich habe eine ganz gehörige Portion Selbstvertrauen hinzugewonnen und viele meiner Ansichten zu den unterschiedlichsten Themen (Fremd sein, Reisen, Familie, Politik, Kinder, …) waren nicht mehr die Gleichen. Umso merkwürdiger war es dann, zurückzukehren nach Deutschland, wo sich, zumindest privat, kaum etwas verändert hatte. Teilweise habe ich mich nahezu fremd in der eigenen Familie gefühlt, weil ich einfach nicht mehr die selbe Celina war wie zu Beginn meines AuPair-Jahres. Aber ich habe mich seitdem auch mehr wie ich selber gefühlt – zu mir gefunden.
Ihr könnt euch also vielleicht vorstellen, wie sehr mich die zwei obigen Zeilen angesprochen haben.

Letzten Endes ist es dann trotzdem ein ganzes Weilchen liegen geblieben, bevor ich es nun endlich gelesen habe. Und dafür könnte ich mir selbst in den Allerwertesten beißen, denn dieses Buch hat mir super gefallen!
Das hängt zu einem großen Teil mit Jasmine zusammen. Zu Beginn war ich mir wirklich nicht sicher, ob ich sie nun leiden kann oder nicht, denn viele ihrer Aussagen und Handlungen fand ich einfach nur merkwürdig. Sie ist wie einer dieser Menschen, die man besser kennen lernen muss, um sie zu mögen und wertzuschätzen. Zumindest ging es mir so, denn nachdem ich ein Weilchen gelesen hatte, konnte ich mich oftmals in ihr wiederfinden.

Mein Stolz. Der so leicht zu verletzen ist. Ich will keine Hilfe, ich hasse das. Ich muss alles allein erledigen, immer.
– Jasmine Butler, S. 49

Unter anderem ist sie gegenüber ihrer Schwester Heather sehr beschützend und fürsorglich und mit dieser kommt noch eine weitere Komponente ins Spiel, die mich an diesem Buch begeistert hat. Heather hat Down Syndrom und ist so ziemlich der netteste Charakter, den man sich nur vorstellen kann.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich, von den grundsätzlichsten Grundlagen abgesehen, herzlich wenig über Down Syndrom weiß. Zudem kann ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie schwierig es manchmal (oder oftmals?) sein muss, einen Menschen mit Down Syndrom in der Familie zu haben. Ich weiß allerdings, dass das Syndrom unterschiedlich starke Ausprägungen hat und gehe nach den Beschreibungen von Heather stark davon aus, dass sie eine verhältnismäßig milde Form hat. Sie führt ein eigenständiges Leben mit zahlreichen Jobs und benötigt auch keinen ständigen Betreuer. Jasmine verhält sich eher wie eine ältere Schwester, aber es wird doch immer wieder deutlich, dass Heather die Ältere ist und sich um ihre kleine Schwester sorgt.

Heather hört zu, sie hört uns allen zu, denn sie ist eine kluge Frau, die sich auch andere Meinungen durch den Kopf gehen lässt.
– S. 176

Ich kann nur für mich sprechen (und lasse mich gerne korrigieren), aber Ahern ist es auf jeden Fall gelungen, mir einen Spiegel vorzuhalten. Als Jasmine vom Verhalten anderer Leute gegenüber ihrer Schwester berichtet, wurde mir klar, dass auch ich mich oftmals so verhalten habe. Ich neige ebenfalls dazu, diesen das Label „Down-Syndrom“ zuzuteilen und nicht wirklich darüber hinauszuschauen. Um ehrlich zu sein, bin ich teilweise erschrocken, wie zutreffend die Beschreibungen waren. Insofern ist das Buch für mich auf jeden Fall ein Anstoß, mich in dieser Hinsicht in Zukunft anders zu verhalten.

Ein weiterer Pluspunkt neben den toll herausgearbeiteten Charakteren ist die Geschichte selbst. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Story und Jasmine haben sich ganz anders entwickelt, als ich es erwartet habe. Das hat mich in diesem Fall keineswegs enttäuscht, sondern im Gegenteil noch mehr für das Buch eingenommen. Obwohl man vom Cover und Klappentext her eine 08/15-Liebesgeschichte erwarten kann, ist sie das in meinen Augen keineswegs. So hat mich das Buch auch in dieses Hinsicht absolut positiv überrascht.
Natürlich ist die Geschichte nicht actionreich aufgeladen, sie folgt auch nur bedingt dem typischen Spannungsbogen. Das hat mir aber ziemlich gut gefallen, da mir das Buch dafür umso realistischer vorkam. Es würde mich gar nicht wundern, wenn in Irland (oder Frankreich, Deutschland, …) irgendwo eine Jasmine sitzt und sich einen Haufen Gedanken über ihr Leben macht.

Ich kann Das Jahr, in dem ich dich traf nur empfehlen: eine schöne Geschichte mir der ein oder anderen Überraschung, die sich ganz anders entwickelt als erwartet. Perfekt für schöne Frühlings- und Sommertage, um den Tag im Liegestuhl zu verbringen und sich von Ahern nach Irland entführen zu lassen.
Wer allerdings spannungsgeladene Szenen, knisternde Erotik und herumstiebende Schmetterlinge und Herzchen erwartet, sollte von diesem Buch lieber die Finger lassen.

Über Cecelia Ahern:
Ahern wurde 1980 in Dublin geboren, wo sie auch Journalismus und Medienkommunikation studierte. Ihr erstes Buch, P.S. Ich liebe dich, erschien 2004 und wurde prompt zum Bestseller. Mittlerweile wurde es in 15 Sprachen übersetzt, zudem gibt es eine Verfilmung, welche allerdings nur grob auf dem Buch basiert.
Auch die folgenden Bücher der Autorin konnten sich jeweils für mehrere Wochen in den Bestsellerlisten vieler Länder halten und erreichten zum Teil auch Platz 1.
Zusammen mit ihrem Mann hat Ahern zwei Kinder.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:

  • A Book Love (3/5 Herzen; „Idee des Romans zwar sehr schön, aber nicht optimal umgesetzt“)
  • Buntes Tintenfässchen (4/5 Bildchen; „ein bisschen mehr Drama hätte die Ge- schichte doch vertragen können“)
  • Lesemomente (8/10 Sterne; „ein wundervolles Buch, klug und wichtig“)
  • Storytime (5,5/6 Wombats; „eine Geschichte, die von einem Jahr erzählt, das einen Lernen lässt über das Leben und die Liebe“)

PS: Wenn ihr Ahnung von dem Thema und das Buch bereits gelesen habt, dürft ihr mir auch gerne schreiben, wenn das Down Syndrom nicht richtig wiedergegeben wurde oder ich vielleicht etwas im Bezug dazu falsch dargestellt habe!


Bildquelle Cover: S. Fischer Verlag
Bildquelle Glockenblume: Gartenanlegen.net
Bildquelle Autorenbild (von Gaby Gerster): Lesering

19 years later … Harry Potter and the Cursed Child

Quelle: Little, Brown
Quelle: Little, Brown

Harry Potter and the Cursed Child | Joanne K. Rowling/John Tiffany/Jack Thorne | Little, Brown | published in 2016
Hardback: ISBN 978-0-7515-6535-5 | 19,99€

It’s not easy to be Harry Potter, even though 19 years passed since the Battle of Hogwarts. And it’s certainly not easier to be Harry Potters child – at least that’s what Albus, Harrys and Ginnys second son, thinks. He has a legacy, both as part of the Potter-Family and as being named after Albus Dumbledore which does bring along some rather high expectations regarding his actions. But when Harrys scar starts to hurt again and Albus is caught between past, present and future they learn that they have to face the upcoming events together.

The Hype

It took me a bit to get over my aversion towards this book. It would have been really hard to miss the hype about it and the play over the past few months. Virtually everybody was talking about the eight story, the sequel to Harry Potters story. Despite all the talk I was lucking enough to not hear anything about exact events in the play and, more importantly, about how it ends. Until a few days ago I didn’t even really want to read the book because, to be honest, the last two to three parts of the original Harry Potter books couldn’t really win me over. Especially the seventh volume mostly bored me so I wasn’t keen to give Harry Potter another shot.

Good friends recommend good books

But then a friend offered me to borrow her book and told me she really loved it. We have got quite a similar taste when it comes to books so I thought ‚Why not?‘ and gave Harry Potter another chance to persuade me. And what can I say: I basically inhaled it, was finished with reading after a few hours and a bit pissed off about it being so short.
I heard from a lot of people they were disappointed as it’s, strictly speaking, not a book but merely a screenplay. This did not bother me, I flew through the pages, laughed and also shed a few tears. I just loved how the story unfolds. One thing I always very much appreciated about J. K. Rowlings books was that she constantly manages to 1) come up with new things and 2) include not so very important things from the first books in later books and they just fit together really really good. That was the case here, JKR managed to surprise me more than once and I had a lot of fun reading this book.

„I’m going to try with everything I’ve got – to be a good dad for you.“
– Harry Potter, S. 327

Even though it was „only“ a screenplay I think the protagonists‘ feelings were clearly shown. Also, I could easily relate to both Harry and Albus: Harry who is a bit caught up between his job in the Ministry of Magic and his absolute determination to be a good father, and on the other hand Albus who feels like a constant disappointment for his parents. It’s never been hard to associate with the wizards and witches in Rowlings books, mainly because they share a lot of the common „Muggle“ issues and problems when it comes to everyday life.
Plus there some really sweet side stories, some with and some without Harry, which made this book even better.

All in all I have to admit that the eight story with Harry Potter and his friends and family was far better than expected and I honestly love this book – more then some of the first seven books. I guess it was a good thing not to have high expectations, actually not really expecting the book to be good.

„I’ve never fought alone, you see. And I never will.“
– Harry Potter, S. 312

5Sterne

About J.K. Rowling:
Rowling, born 1965 in Yate (United Kingdom), is mostly known for her Harry Potter novels. They were translated in over 70 languages and more than 400 million sold copies. She has written several other novels set in the Harry Potter universe and some crime novels.
She lives in Scotland with her family.
Quelle: Wikipedia

About John Tiffany:
Tiffany was born around 1971 and brought up in northern England, he studied in Glasgow. He directed several highly praised productions like Black Watch and Once, both at the National Theatre of Scotland where he worked from 2004 to 2013. He won a number of Awards, including a Tony Award.
Quelle: Wikipedia

About Jack Thorne:
Born in 1978 in Bristol, Thorne has written plays for Radio, Theatre, TV and Film. Among them are many highly praised, such as The Scouting Book for Boys, Don’t Take My Baby and some sequels to This is England. He won quite a number of BAFTAs as well as many other awards.
He currently lives in London.
Quelle: Wikipedia

What other people think about the book:

Rezension – The Miniaturist

Quelle: Picador
Quelle: Picador

The Miniaturist | Jessie Burton | Picador | erschienen 2014
Taschenbuch: ISBN 978-1-44-2-8466-6 | £8.99
Leseprobe
deutsche Ausgabe: Die Magie der kleinen Dinge | Limes | Übersetzerin: Karin Dufner

Amsterdam im Herbst 1686: Die 18-jährige Petronella wurde gerade mit dem mehr als zwanzig Jahre älteren Kaufmann Johannes Brandt verheiratet und erwartet auch genau diesen zu sehen, als sie an die Tür ihres neuen Heims klopft. Stattdessen öffnet dessen scharfzüngige und unfreundliche Schwester die Tür. Überhaupt schlägt ihr von Seiten des Haushalts Abneigung und Kälte entgegen. Da bekommt sie von ihrem Mann ein Hochzeitsgeschenk, das eine perfekte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Und es scheint die Geheimnisse der Familie Brandt besser zu kennen als die Familie selbst. Doch werden diese die Familie zerstören oder stärker machen? Und wie hängt das alles mit der Macherin der winzigen Puppen zusammen, die bald das Puppenhaus bevölkern?

There is a story here and it seems like Nella’s, but it isn’t hers to tell.
– S. 245

Mit diesem Buch habe ich lange geliebäugelt: mir hat das Cover schon richtig gut gefallen, als ich es in England das erste Mal gesehen habe, auch der Klappentext hat mir zugesagt und letztendlich konnte ich ihm nicht widerstehen, als es mir hier erneut in der Buchhandlung über den Weg gelaufen ist. Nach dem Lesen verstehe ich nicht, warum ich es nicht schon früher mitgenommen habe, denn dieses Buch ist super!
Das liegt zum einem großen Teil an den Charakteren. Nella war mir von Anfang an sympathisch mit ihrer Unsicherheit über ihre Rolle im Haushalt Brandt, ihre neue Rolle als Ehefrau und dem Leben in Amsterdam, das sich stark von allem bisher bekannten unterschied. Ebenso sympathisch war sie mir in ihrem unbedingten Willen, sich diese Unsicherheit nicht anmerken zu lassen, das Beste aus ihrer Situation zu machen und diese möglicherweise nach und nach zum besseren zu ändern.
Nella macht während des Buches eine Veränderung durch, was mir gut gefallen hat. Sie stagniert nicht in ihrer Situation, sondern versucht, im Gegenteil, etwas daran zu ändern und wächst an den neuen Umständen, in denen sie sich befindet. Im  Vergleich zu Johannes und Marin, dessen Schwester, ist sie recht ungebildet und als ihr dies klar wird, versucht sie, mehr über die Geschäfte ihres Mannes zu erfahren und ebenfalls Anteil an seinem Leben zu nehmen.
Marin und Johannes sind zudem echt ein Gespann für sich. Zwar ist er der erfolgreiche Geschäftsmann, aber sie hält ein Stück weit die Fäden in der Hand und von den Geschäften ihres Bruders hat sie mindestens soviel Ahnung wie dieser. Wie jeder Frau im 17. Jahrhundert ist es auch ihr verwehrt, ein eigenständiges und komplett selbstbestimmtes Leben zu führen, aber innerhalb des Brandt-Haushaltes ist sie eindeutig jene, welche das Sagen hat. Zudem habe ich durchgehend im Buch das Gefühl gewonnen, dass sie die Stärkere der Geschwister ist. Johannes ist kaum anwesend, Marin trifft alle relevanten Entscheidungen für den Haushalt. An ihr orientiert sich Nella in ihrer Entwicklung, denn obwohl ihr die häufig zur Schau gestellte Kälte und der Zynismus Marins zwar abgehen, so ist diese mit ihrem eisernen Rückrat und ihrer Intelligenz doch am nächsten an einem Vorbild für Marin.

„What can any of us do?“
– Marin, S. 112

Die Geschichte selbst konnte mich auch überzeugen. In meinen Augen liefert sie einen guten Einblick in das Amsterdam zur Zeit der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC), als die Stadt reich und voller Kaufleute, wie Johannes Brandt, war, stolz auf das Erreichte und einer der großen Spieler in der damaligen internationalen Politik. Auch die Verwicklungen der Kaufleute untereinander sind schön dargestellt und gesellschaftliche Anlässe sowie Rivalitäten, Freundschaft und Verrat großartig dargestellt.
Ein kleiner Minuspunkt ergibt sich daraus, dass es in meinen Augen immer mal wieder Stellen gab, in denen einfach nichts passiert ist. Besonders zu Beginn habe ich über ein ganzes Stück darauf gewartet, dass endlich etwas passiert. Allerdings wird dies bei weitem ausgeglichen durch die Spannung, die sich langsam aufbaut und die Charaktere, mit denen ich eine Menge Spaß hatte.

The Miniaturist ist ein historischer Roman, der mich absolut überzeugen konnte. Es hat mir eine Menge Spaß bereitet, über Nella und ihre Geschichte zu lesen. Zudem zeichnet Jessie Burton ein schönes und realistisches Bild vom Amsterdam des 17. Jahrhunderts.

Every woman is the architect of her own fortune.
– S. 76

5Sterne

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Die Geschichte um Nella beruht lose auf dem Leben von Petronella Oortman, deren Puppenhaus die Vorlage lieferte für Nellas Puppenhaus und das im Rijksmuseum in Amsterdam steht.

Über Jessie Burton:
Burton wurde 1982 geboren und studierte in Oxford Englisch sowie Spanisch, später absolvierte sie eine Ausbildung zur Schauspielerin in London an der Royal Central School of Speech and Drama. Sie hatte kleinere Rollen an britischen Theatern unter anderem auch in London, daneben schreibt sie Essays für unterschiedlichste Zeitungen und Zeitschriften.
2014 erschien ihr erstes Buch The Miniaturist, das in über 30 Sprachen übersetzt wurde und zum Bestseller avancierte. Ende 2016 erschien ihr zweiter Roman, The Muse.
Burton lebt in London.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:

Rezension – Speaking in Bones

Quelle: Arrow Books
Quelle: Arrow Books

Speaking in Bones | Kathy Reichs | Arrow Books | erschienen 2015
Taschenbuch: ISBN 978-0-09-955812-5 | 7.99£
E-Book: ISBN 978-1-44-818499-6 | 4.99£

Die Hobby-Detektivin Hazel Strike, genannt Lucky, ist überzeugt davon, den Namen zu einer nicht identifizierten Leiche gefunden zu haben. Sie tritt damit an die forensische Anthropologin Dr. Temperance Brennan heran, denn in deren Labor liegen die Überreste. Zudem spielt sie ihr ein Audioband vor, dass sie am Fundort der Leiche entdeckt hat. Die verstörende Aufnahme lässt Brennan nicht mehr los und so beginnt sie ihre Ermittlungen. Doch jede neue Entdeckung scheint mehr Fragen und immer furchtbarere Theorien aufzuwerfen.

Noch in England habe ich bereits ein Buch von Kathy Reichs gelesen, Bones are forever. Jetzt habe ich, entgegen meines damaligen Entschlusses, ihre Bücher nur noch auf Deutsch zu lesen, wieder zu einer englischen Ausgabe gegriffen.
Auch hier hat mich die Geschichte nicht enttäuscht. Die Fernseh-Serie Bones, welche lose auf Kathy Reichs Büchern beruht, liebe ich immer noch. Und obwohl die Figuren aus den Büchern den Figuren der Serie kaum ähneln, finde ich auch diese super!
Ich lese nur selten Thriller, da sie mir meist zu blutrünstig und gruselig sind. Auch die Geschichte um Brennan ruft immer wieder Nervenkitzel hervor, aber genau im richtigen Maß. Dadurch, dass sie in erster Linie mit Knochen arbeitet, gibt es keine Beschreibungen verstümmelter Leichen. Der Fachjargon, der mich noch bei Bones are forever gestört hat, hat mir diesmal wenig ausgemacht. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass er kaum benutzt wurde oder sich mein Englisch nur verbessert hat, jedenfalls hat dieser dafür gesorgt, dass es ein trockener Ton bleibt. Keine blutrünstigen Erklärungen, die mich grün im Gesicht werden lassen.
Besonders gut fand ich, dass zu neuen Entdeckungen auch oft auch ausführlich über den historischen Hintergrund berichtet wird. Da sich der Fall stark auf das Thema Religiosität, teils auch Sektentum und Fanatismus, konzentriert, gibt es natürlich entsprechend viel und, in meinen Augen, interessante Historie dazu.
In meinen Augen gelingt es Reichs sehr gut, mit wenigen Worten ein Gefühl für einen Ort oder die Atmosphäre einer Situation zu schaffen. Auch bei Personen ergeht sie sich nicht in unnötig langen Beschreibungen, sondern konzentriert sich auf das Nötigste und lässt oftmals durch Kleinigkeiten – eine bestimmte Angewohnheit oder die Sprache – das Bild einer Person vor den Augen des Lesers erstehen. Überhaupt lässt sich sagen, dass es im Buch keine Längen gibt, welche die Spannung einschlafen lassen. Es gibt immer irgendeine Neuigkeit und irgendwas zu tun. Und trotz der knappen und meist sachlichen Sprache gelingt es ihr erstens die Gefühle von Brennan, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, deutlich zu machen und zweitens richtig witzige Szenen zu schreiben. Immer wieder ist mir bei Brennans trockenen Kommentaren ein Lacher entschlüpft.

Ich habe dieses Buch quasi inhaliert: Reichs trumpft wieder mit einer spannenden und gut geschriebenen Geschichte auf und ich werde definitiv weitere ihrer Bücher um Dr. Temperance Brennan lesen – auf englisch!

Does anyone ever change?
– Dr. Temperance Brennan, S. 153

5SterneÜber Kathy Reichs:
Kathy Reichs, mit vollem Namen Kathleen Joan Reichs, wurde 1950 in Chicago geboren. Sie studierte unter anderem Archäologie und ist als forensische Anthropologin tätig. Neben ihrer Arbeit als Dozentin für das FBI und als Professorin an der University of North Carolina, hat sie auch geholfen, Opfer des Terroranschlags auf das World Trade Center 2001 und exhumierte Leichen aus Massengräbern in Ruanda und Guatemala im Auftrag der UN zu identifizieren.
1997 erschien ihr erster Roman Déjà Dead (dt.: Tote lügen nicht) mit der Hauptfigur Dr. Temperance Brennan, die forensische Anthropologin ist. Deren Fälle beruhen auf wahren Fällen, an denen Kathy Reichs beteiligt war. Mittlerweile sind weitere 17 Bücher mit Dr. Temperance Brennan erschienen. Seit 2005 gibt es zudem die Fernsehserie Bones; dafür wurden Teile der Romane übernommen, allerdings unterscheiden sich die Dr. Brennans aus Büchern und Film stark.
Kathy Reichs ist sein 1969 mit dem Untersuchungsrichter Paul Reichs verheiratet; sie haben drei Kinder.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:

Rezension – Agatha Raisin and the Quiche of Death

Quelle: Little, Brown Book
Quelle: Little, Brown Book

Agatha Raisin and the Quiche of Death | M. C. Beaton | Constable Books | erstmals erschienen 1992, diese Ausgabe 2014
Taschenbuch: ISBN 978-1-4721-2067-0 | 7.99£

Agatha Raisin, Chefin einer PR-Agentur in London, beschließt, sich einen frühen Ruhestand zu gönnen und auf das Land zu ziehen – ein Kindheitstraum von ihr. Um dort Anschluss zu finden, nimmt sie an einem Quiche-Wettbewerb teil. Da sie jedoch nicht backen kann, kauft sie eine Spinat-Quiche. Nicht nur, dass der Juror ihrer perfekten – wenn auch gekauften – Quiche nicht den ersten Platz einräumt: am Abend stirbt er an eben jener! Agatha Raisin steht nicht nur als Lügnerin da, sondern gerät auch ins Visier der Ermittler. Um ihren Namen reinzuwaschen, muss sie herausfinden, wer den Mann wirklich auf dem Gewissen hat.

Während meines England-Aufenthalts habe ich hin und wieder den Trailer für die Agatha Raisin-Serie gesehen und dachte schon da, dass mich die Geschichten um diese eigenwillige Frau interessieren könnten.
Als mich Mimi von Mimis Leseecke also darüber informiert hat, dass ich mir ein Wunschbuch aussuchen darf, ist meine Wahl nach kurzem Überlegen auf dieses gefallen (überlegen musste ich trotzdem – es gibt so viele tolle Bücher, die ich lesen möchte).
Enttäuscht wurde ich definitiv nicht. M.C. Beaton braucht nicht lange, um voll ins Geschehen zu starten und besonders zu Beginn geht es auch Schlag auf Schlag: Agathas Umzug auf’s Land, ihr Entschluss an dem Wettbewerb teilzunehmen und der Tod des Jurors, Cummings-Browne. Teilweise gab es dann doch Strecken im Buch, wenn Agatha mit sich hadert, ob sie dessen Tod genauer unter die Lupe nehmen oder doch lieber auf die Polizei hören soll, die seinen Tod als Unfall abtut.
Es gab, neben der Geschichte selber, einige Dinge, die mir richtig gut an diesem Buch gefallen haben. Dazu zählt eindeutig Agatha Raisin. Es fällt ihr schwer, den Konventionen zu entsprechen, eigentlich ist an ihr fast gar nichts konventionell. Dadurch macht sie es den Menschen außerordentlich schwer, sie zu mögen. Agatha ist sehr oft sehr schnippisch und wenn ihr etwas gegen den Strich geht, dann zeigt sie dies auch deutlich. Andererseits sehnt sie sich danach, von den Menschen im Dorf gemocht zu werden, die anhaltende Einsamkeit während der ersten Zeit macht ihr zu schaffen. In dieser Hinsicht ist der Todesfall im Dorf ein wahrer Glücksfall für sie, denn so kommt sie mit den Leuten ins Gespräch. Die Einsamkeit und wie sie beschrieben wird, haben dafür gesorgt, dass sie mir sympathisch wurde. Es passiert nicht oft, dass ich so heftig zwischen Sympathie und Abneigung gegenüber einem Protagonisten schwanke, was dieses Buch für mich von der Masse abhebt.

A faint idea was stirring somewhere in her brain that Agatha Raisin was not a very lovable person.
– S. 29

Daneben ist Agatha Raisin witzig. Sie hat eine bissige Art von Humor, typisch britisch, der mir richtig gut gefallen hat. Zudem machen sie ihre missmutigen und teils missgünstigen Gedanken sie nicht nur zu einer richtigen Persönlichkeit, sondern auch zu einer echten Person, mit der man sich identifizieren kann. Ich denke, es gibt niemanden, der immer gut gelaunt ist, immer ehrlich, ohne Probleme und Menschen nur das beste wünscht. Ich kann mich eindeutig besser mit Menschen identifizieren, wenn sie Macken und Fehler haben, schlecht gelaunt sind, sich über ihr Aussehen sorgen und andere Menschen ohne guten Grund nicht leiden können – denn dann sind sie wie ich. Und vielleicht ist das bei Agatha Raisin manchmal überspitzt dargestellt, vielleicht aber auch nicht. Wenn ich ganz ehrlich bin, ähnele ich ihr vielleicht öfter als mir lieb ist – zumindest was meine Gedanken angeht, sicher nicht in ihren Taten. Denn sie ist tough: viele Dinge, die sie macht und sagt, würde ich mir nie trauen und sie lässt sich auch nicht unterkriegen.
Auch in einem anderen Punkt hat mir die Figur Agatha gut gefallen: sie zeigt, entgegen der typischen Darstellungen, dass Frauen nicht verheiratet sein müssen oder Kinder haben müssen und durchaus in der Lage sind, für sich selber zu sorgen.
Eine andere Sache, die dieses Buch für mich zu einer schönen Lektüre gemacht hat, ist die Umgebung, in der es spielt. Carsley, Agatha Raisins neue Heimat, ist kein reales Dorf, aber Moreton-in-Marsh, die nächste größere Stadt, gibt es. Und es liegt in den Cotswolds, der Region, wo ich einen großen Teil meines AuPair-Jahres verbracht habe. Immer mal wieder werden Orte erwähnt oder besucht, die ich kenne und teils ebenfalls schon besucht habe. Dazu zählen beispielsweise Cheltenham, Gloucester ebenso wie London und ein paar seiner Sehenswürdigkeiten. Jedes Mal habe ich praktisch gejauchzt vor Freude, wenn ein Ort vorkam, den ich kannte – und Herzweh bekommen.

Beaton ist es gelungen, das ländliche England wieder vor meinen Augen erstehen zu lassen, inklusiver der Einwohner, die man in all ihren Ausprägungen in Corsley finden kann. Es ist ein tolles Cosy Crime und ich habe es sehr gerne gelesen.

Really, thought Agatha crossly, under the exterior of every effeminate man beats the heart of a real chauvinist pig.
– S. 170

5SterneÜber M. C. Beaton:
Beaton ist eines der Pseudonyme von Marion Chesney. Sie wurde 1936 in Glasgow geboren und arbeitete dort in einem Buchladen, bevor sie über mehrere Stationen zur Daily Express als Chefreporterin des Frauenressorts kam. Nach der Geburt ihres Sohnes und einem Umzug in die USA begann sie historische Romane zu schreiben.
Sie lebt in den Cotswold, wo die Krimis um Agatha Raisin spielen.
Quelle: Wikipedia

Weitere Meinungen zum Buch:

Rezension – London Legends

Quelle: NetGalley
Quelle: NetGalley

London Legends – Lass uns spielen | Kat Latham | LYX digital | erschienen 2017
aus dem Englischen: Tempting the Player | Übersetzerin: Michaela Link
E-Book: ISBN 978-3-7363-0502-1 | 6,99€

Schon seit Jahren sind Libby und Matt beste Freunde und obwohl es immer mal wieder funkt zwischen den beiden, weigern sie sich, ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Außerdem wünscht sich Libby einen ganz anderen Typ Mann. Als Pilotin hat sie ein Jetset-Leben und auch Matt, als professioneller Rugby-Spieler, ist kaum je zuhause. Doch als Matt Libby um Hilfe bittet, entwickelt sich daraus ein Experiment – und  jetzt wollen und können sie einfach nicht mehr zurück zu „nur Freunde“.

Ehrlich gesagt bin ich an dieses Buch vor allem mit der Erwartung gegangen, eine locker leichte Unterhaltung für ein paar Stunden zu haben. Letztendlich bin ich zwar förmlich durch die Seiten geflogen, aber das lag nur teilweise an dem angenehmen Schreibstil, der leicht zu lesen ist. Hauptsächlich lag es daran, dass mich dieses Buch richtig positiv überrascht hat.
Seit meinem Jahr in England bin ich ein großer Fan des Landes. Ein persönlicher Grund, aus dem ich dieses Buch mochte, ist, dass mich viele Kleinigkeiten an Großbritannien erinnert haben und ich mich richtiggehend dorthin zurückversetzt gefühlt habe. Schon allein, dass im Buch ein Tee angeboten wird, wenn Gäste kommen oder die Protagonisten Tee statt Kaffee in sich hineinschütten – wie bekannt mir das vorkommt!
Hinzu kommen aber auch Protagonisten, die mich überzeugen konnten. Insbesondere Libby entspricht nicht wirklich der typischen „Heldin“ eines Liebesromans. Sie ist taff, eine Pilotin, die genau weiß was sie will, dafür hart arbeitet und schon viel erreicht hat. Entsprechend selbstbewusst ist sie. Sie braucht keinen Mann, um für sich zu sorgen. Gleichzeitig ist sie sehr sympathisch und mir schnell ans Herz gewachsen. Ihr Selbstbewusstsein sprengt nicht die Grenzen; insbesondere als sich die Sache zwischen Matt und ihr entwickelt, merkt man, dass sie ins Rudern kommt und nicht so genau weiß, was sie tun soll. Also keine über-selbstbewusste Frau, die exakt weiß was sie will und den Typen eigentlich auch schon in der Tasche hat, sondern eine, die auch mal ins Straucheln kommt und mit der man sich identifizieren kann.
Und dann ist da noch die Dynamik von den beiden, die sich in meinen Augen von vielen anderen Liebesromanen abhebt. Zum einen ist Libby sechs Jahre älter als Matt und – hallo – wann gibt’s das schon in den Romanen?! Ich fand es schön zu lesen, dass dies eine Sache ist, die Matt an ihr liebt. Selbstverständlich liebt er sie auch aus anderen Gründen und findet sie körperlich anziehen, aber ihre Ruhe und Gelassenheit ziehen ihn an und dazu trägt auch die Tatsache bei, dass sie ein bisschen älter ist als er. Außerdem sagt auch Matt über sie, dass sie erst auf den zweiten oder dritten Blick schön wirkt, keine „drop dead“-Schönheit ist, vor der die Männer auf die Knie fallen.
Außerdem merkt man, dass die beiden schon seit Jahren befreundet sind, denn sie kennen sich sehr gut und nehmen sich gegenseitig hoch, wie es nur gute Freunde können. Das ist echt witzig zu lesen und zum Charme des Buches beigetragen. Gleichzeitig schlägt das Buch immer wieder sehr ernste Töne an, die das Buch stellenweise herzzerreißend machen.
Im Buch geht es viel darum, Kompromisse zu finden und die eigenen Ängste zu überwinden. Die Probleme der beiden verschwinden nicht auf magische Weise, nur weil sie zueinander finden. Sie arbeiten zusammen daran, diese zu überwinden und wachsen dadurch zusammen. In Liebesromanen, besonders aus dem YA- und NA-Genre, ist mir in letzter Zeit immer mal wieder aufgefallen, dass in den Büchern mit dem Spaß nicht unbedingt aufgehört, nur weil eine Person, vorzugsweise das Mädel, nein sagt. Zu dem „consensual sex“ gibt es auch einen Haufen (englischsprachiger) Artikel, daher ist das etwas, worauf ich mittlerweile mehr achte. Das war hier nicht der Fall: Es wurde immer von beiden Seiten sehr deutlich gemacht, dass sie es wollen. Zwar werden auch hier Grenzen ausgetestet, aber doch immer zusammen und die Beziehung wächst daran.
Und obwohl zwischen den beiden nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, folgt das Buch nicht dem 0815-Schema von „verlieben – einer baut Mist – versöhnen“. Auch das war in meinen Augen ein Pluspunkt.

Insgesamt kann ich London Legends wirklich nur empfehlen. Es ist eine vergnügliche Lektüre, die mich positiv überrascht hat.

Sie war kein Preis oder Besitz, mit dem er angeben wollte. Sie war eine gute Freundin und wahrscheinlich noch mehr, und er würde sie nicht respektlos behandeln.
– Matt Ogden (36% Kindle-Edition)

5SterneÜber Kat Latham:
Latham wurde in Kalifornien geboren und zog nach dem Uni-Abschluss nach Europa. Zunächst unterrichtete sie einige Jahre Englisch in Prag, danach arbeitete sie in London für eine humanitäre Organisation. Sie hat Abschlüsse in Englischer Literatur und Menschenrechte. Sie schreibt Liebesromane, besonders bekannt ist ihre London Legends-Reihe um ein Rugby-Team. Daneben schreibt und editiert sie für gemeinnützige Organisationen.
Zusammen mit ihrem britischen Ehemann und der gemeinsamen Tochter lebt sie in Holland.
Quelle: Kat Lathams Website

Kaufen könnt ihr das Buch beim Verlag oder auf buecher.de


Vielen Dank an NetGalley.de und den LYX Verlag/Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!